So, hier kommt wie versprochen der Bericht zu dem London-Kurztrip von Sonntag dem 05.05. bis Donnerstag dem 09.05.2019. Der eigentliche Grund für diese Reise war die Warner Brothers Studio Tour, quasi das Mekka für jeden Harry Potter-Begeisterten. Die Idee kam sogar recht spontan nachdem ich mir nach längerer Zeit mal wieder alle Filme zu Gemüte geführt habe und daraufhin unbedingt die Tour machen wollte. Auch Vanessa war dem nicht abgeneigt und zack haben wir uns für Mai kurzfristig den London-Urlaub zurechtgelegt, weil ich den Trip auf jeden Fall auch vor Antritt meiner neuen Arbeitsstelle im Juli gemacht haben wollte. Normalerweise mache ich sowas nie. Schon gar nicht innerhalb so kurzer Zeit und dann noch in einem anderen Land. Aber mein Bruder hat mir mal gesagt: Geh mal raus, du musst mal was machen! Und recht hat er. Einfach mal spontan sein. Mal etwas unternehmen, mal etwas entdecken von der Welt und nicht nur die ganze Zeit in den eigenen vier Wänden hocken und vor dem Laptop hängen. Man verpasst ja alles. Also wurde es Zeit.


Im Reisebüro haben wir uns ein Angebot eingeholt,wobei sich herausgestellt hat, dass einer der dort Angestellten ebenfalls ein großer Harry Potter Fan ist! Das war total überraschend und niedlich, als er angefangen hat, davon zu schwärmen und meinte, wenn er das Geld hätte, würde er einen eigenen Harry Potter Themenpark aufbauen und dort einziehen Er hat uns ein Hotel in London herausgesucht, das idealerweise in der Nähe des Bahnhofs Kings Cross lag, von dem aus die Tour per Bus starten sollte, sodass wir nicht weit laufen mussten. Außerdem waren von diesem Bahnhof auch sämtliche andere Sehenswürdigkeiten in der Stadt zu erreichen.


Nachdem er uns das Angebot mit enthaltenen Flügen ausgedruckt hatte, sind wir voller Vorfreude nach Hause gegangen und haben auf den Reisebeginn hingefiebert. Da Vanessa bis dato noch keines der Harry Potter gelesen, sondern nur die ersten vier Filme gesehen hatte, habe ich ihr die Bücher ausgeliehen und bei einem Filmeabend haben wir uns zur Einstimmung den fünften, sechsten und siebten Film angeschaut.

Am Sonntag dem 04. Mai ging es dann endlich los. Eigentlich hatte mein Bruder versprochen, uns zum Flughafen nach Düsseldorf zu fahren, doch der hat glatt den Flugtag verwechselt. Er dachte, wir würden Montag fliegen, stand um halb 3 in der Nacht bei mir im Zimmer, um sein Handyladekabel zu holen und hat mich ganz verwundert gefragt, warum ich denn noch wach wäre. Ob ich nicht schlafen könne. Wie, hatte ich ebenfalls verdutzt gefragt, wir wollten doch gleich los. Woraufhin er total perplex entgegnet hatte: Wohin? Ähm... zum Flughafen? Erst da begann es in seinem um die Uhrzeit schon erlahmten Hirn langsam zu rattern und es machte Klick.

Zwar wollte er uns noch fahren, hat sich dann aber doch im letzten Moment umentschieden, weil er gerade erst nach Hause gekommen und schon zu müde war. Die Fahrt nach Düsseldorf wäre zu anstrengend gewesen, weshalb er meine Mutter aus dem Bett geklingelt hat, die dankenswerterweise den Fahrdienst übernommen hat. Etwas gereizt, weil das Navigationssystem nicht so wollte wie wir und wie man es ohnehin schon ist, wenn man um 3 Uhr in der Nacht aus dem Bett geworfen wird, um mal eben nach Düsseldorf zu fahren, sind wir dann endlich aufgebrochen. Vanessa stand schon auf gepacktem Koffer im Flur, wir haben ihn fix in den Kofferraum gewuchtet und ab ging es. Auf dem Weg nach Düsseldorf haben wir uns zweimal "verfahren", was ich meiner Mutter allerdings nicht mitgeteilt habe, da sie ja eh schon etwas übermüdet hinter dem Steuer hing *hust* Einfach so tun, als wäre nie etwas gewesen und die Klappe halten. :grin:

Am Flughafen selbst herrschte reger Verkehr, großartig parken konnte man dort nicht, daher hat meine Mutter kurz gehalten, Vanessa und ich haben unsere Koffer geschnappt und sind mit der Hoffnung zum Flughafengebäude marschiert, dass meine Mutter den Weg zurück finden und unterwegs nicht einschlafen würde. Auf einer der vielen Anzeigetafeln haben wir nach unserem Flug gesucht, uns dann beim Check-In eingereiht und sind schließlich durch die Sicherheitskontrollen gegangen.


Vor letzterem hatte ich im Vorfeld schon allerlei Bedenken gehabt, ich wollte ja nicht, dass die Schleuse bei mir anfängt zu Piepen und habe Vanessa (die im Gegensatz zu mir schonmal geflogen ist) vorher mit etlichen Fragen gelöchert. Piept das Ding auch bei Haarspangen? Wird man befummelt? Wie laufen die Kontrollen ab? Was darf man alles mitnehmen? Was ist verboten? Wie ist das mit den Flüssigkeiten im Handgepäck geregelt? Etc etc. Ein ausländischer Mitbürger, der total Bock auf seinen Job hatte (nicht), hat jeden Passagier in immer gleichem monotonen Ablauf gefragt, ob er denn Flüssigkeiten dabei habe. Ich hatte eine winzig kleine Flasche mit Mineralwasser dabei, da ich dachte, diese bei eingepackten Reisetabletten mitführen zu dürfen, doch die war leider nicht erlaubt. Ab in den Entsorgungsbehälter damit, ist ja nicht schlimm, nach den Sicherheitsschleusen konnte man sich ja ein neues Getränk kaufen. Elektronische Geräte kamen mitsamt der ausgezogenen Jacke und der Handtasche mit eine Kiste, die per Laufband durch das Röntgengerät gefahren wurde. In einem neuartigen Sicherheits... ähm... aus mangelndem Wort nenne ich jetzt einfach mal "Konstrukt", mussten wir die Arme kurz hochnehmen, still stehen, uns abscannen lassen und danach nochmal an einem Herrn mit Metalldetektor vorbei. Bei Vanessa hat nichts gepiept, bei mir allerdings die Stiefel mit Metallschnalle. Die musste ich kurz ausziehen, eine Dame hat Socken und Knöchel abgetastet, um sie auf eventuell versteckte Gegenstände zu prüfen und die Stiefel dann nochmal einzelnd durch das Gerät geschickt. Nichts verdächtiges, keine Minute später durfte ich sie wieder anziehen. Wir haben unser Zeug vom Laufband geholt, die Jacken wieder angezogen und hatten die Sicherheitskontrollen somit hinter uns.

Nun hieß es die Zeit bis zum Flug totschlagen. Wer Flughafenpreise kennt, weiß, dass Lebensmittel und Getränke dort sehr teuer gehandelt werden und außer einem belegten Brötchen sowie einer Wasserflasche haben wir uns dort nichts gekauft. Acht Euro waren wir mal eben für diese kleine Mahlzeit los. Nach und nach haben sich im Wartebereich immer mehr Leute eingefunden, bis endlich das Boarding losging. Da reiht man sich nochmal in einer Warteschlange ein, zeigt seinen Personalausweis samt Ticket, damit auch jeder ja in den richtigen Flieger steigt und dann darf man das Tor zum Flieger passieren. Durch eine Art Tunnel geht es direkt zum Eingang des Flugzeugs, wo man von den freundlichen Stewards Willkommen geheißen wird. Unsere Fluggesellschaft war Eurowings, unsere Sitzplätze 17E und 17F lagen in der Mitte des Flugzeugs (Vanessa hatte sie schon im Vorfeld für uns reserviert) und ich durfte am Fenster sitzen. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, denn eigentlich hatte ich mir mal geschworen, nie im Leben in ein Flugzeug zu steigen, aber Gott sei Dank habe ich daran nicht festgehalten.


Man macht sich im Vorfeld so verrückt und hat Angst, dass die Maschine abstürzen könnte, aber wenn man sich anschaut, wie viele Flugzeuge tagtäglich starten und sicher landen, ist das gar nicht nötig. Falls allerdings wirklich mal etwas passiert, dann ist es natürlich schlimm, da viele Menschen auf einmal umkommen oder der Unfall von den Medien ordentlich aufgebauscht wird. Ich habe mich da selbst beruhigt mit dem Gedanken: Guck mal, die ganzen Harry Potter Darsteller sind auch schon zig mal hin-und hergeflogen, um zu Premieren oder Drehorten zu kommen und nie ist etwas passiert. Wenn die das können, kannst du das jawohl auch. Außerdem fliegen Geschäftsleute oder Sportler oft mehrmals die Woche quer über den Globus, das ist in der heutigen Zeit schon vollkommen normal. Falls also einer von euch Lesern Angst vor dem Fliegen hat und ihr aus diesem Grund in kein Flugzeug steigt, kann ich euch beruhigen. Es ist nicht halb so schlimm, wie man es sich ausmalt oder erwartet, im Gegenteil. Das Einzige, was etwas ungewohnt ist, ist das laute Brummeln der Maschine wenn sie in der Luft ist. Und denkt immer daran: Wenn ihr es nicht wagt, werdet ihr vielleicht nie an Orte gelangen, die ihr gerne mal sehen bzw. besuchen würdet. Tut es einfach, ihr werdet es nicht bereuen. Für den Anfang reicht erstmal ein einstündiger Flug, kaum habt ihr die Reisehöhe erreicht, seid ihr auch schon wieder im Landeanflug. Das geht ruck zuck. Oh und ein Tipp: Packt euch auf jeden Fall Reisetabletten ein! Die kosten nicht viel, die bekommt man in der Apotheke für 5€ und die helfen wirklich gut. Ich hätte sie besser auch auf dem Hinflug genommen, denn da ist mir zum Ende hin ein wenig schlecht geworden, aber ich hatte es erstmal ohne probiert. Die Verkäuferin in der Apotheke meinte nämlich, die Tabletten würden müde machen und das stimmt auch, wie ich auf dem Rückflug festgestellt habe. Und bei dem ersten Flug wollte ich unbedingt hellwach sein, damit ich ja nichts verpasse, denn das ist ja schon etwas besonderes. Im Nachhinein denke ich: Hätteste mal besser die Tabletten genommen, zumindest bei der Ankunft im Hotel, denn von diesem flauen Gefühl und der Übelkeit hatte ich noch drei Tage etwas. Aber weiter im Text.

 



Das Flugzeug hatte gegen Sonnenaufgang kaum abgehoben, da sind wir auch schon wieder gelandet. Schon beim Landeanflug konnte man aus dem Fenster heraus einen Blick auf London werfen und man ist die Stadt riesig! Das hätte ich gar nicht gedacht. Ich wusste ja, dass die Stadt groß ist, aber so groß... wow.

Unser Pilot war (soweit ich als Laie das beurteilen kann) ein fähiger Mann, denn die Landung war so sanft, dass man kaum etwas davon mitbekommen hat. Als das Flugzeug vom Rollfeld Richtung Flughafengebäude gesteuert und gebremst hat, konnten wir aussteigen. Gelandet sind wir in Heathrow. Die Besatzung hat uns verabschiedet und ab da war es dann vorerst vorbei mit deutschsprachiger Gesellschaft und deutschsprachiger Beschilderung. Neben uns am Flughafengebäude standen die ganzen anderen Flugzeuge aus aller Herren Länder, mal eine kleinere aus Portugal, mal eine größere mit Maoriverzierungen aus Neuseeland, was schon recht beeindruckend war. Das war alles ganz neu und aufregend. Da ich mich null mit dem Fliegen und allem drumherum auskannte, bin ich artig Vanessa zur Gepäckausgabe hinterher gelaufen, wo wir unsere Koffer von einem Laufband ziehen durften. Die wurden in Deutschland im Vorfeld gewogen, meiner lag bei ca. 14kg und ich war froh, nur den kleinen unserer beiden Zuhause verfügbaren Koffer ausgewählt zu haben, denn auch der war schon schwer genug. Außerdem wollten wir in London ja auch  noch reichlich einkaufen, das Gewicht ist dann beim Rückflug auch nochmal oben draufgekommen. Unterschätzt das also nicht, wenn ihr das erste Mal fliegt, wiegt den Koffer Zuhause im Vorfeld und packt nur das ein, was ihr wirklich braucht.


Nach Abholen unserer Koffer sind wir mit einem Aufzug in die Tiefe gefahren, wo man praktischerweise genau an einer U-Bahn-Station herauskommt. Wir hatten uns (auch im Vorfeld in Deutschland) bereits eine sogenannte Oystercard im Wert von dreißig Euro zugelegt, die für die vier Tage genau gepasst hat. Mit der Karte kann man überall hinfahren, man legt sie einfach auf einen Scanner vor den Türen, die zur U-Bahn führen und schon öffnen sich diese. Man braucht nicht vor jeder Fahrt ein Ticket lösen, der Betrag für die gefahrene Strecke wird erst beim Verlassen des Zielbahnhofs abgebucht und auf einem kleinen Bildschirm an den Türen wird auch genau angezeigt, wie viel Guthaben noch auf der Karte ist. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, kann man die Karte an jeder U-Bahn-Station per Automat ganz einfach wieder aufladen. Generell finde ich den U-Bahn-Verkehr in London wirklich super gelöst und auch sehr simpel, da jede Bahn sogar eine eigene Farbe hat und die Züge dort im Minutentakt fahren. Wenn man mal eine verpasst hat, braucht man keine halbe Stunde zu warten wie in Deutschland, sondern steigt einfach in die nächste. Auch die Fahrpläne sind total einfach gehalten, sodass sogar ein verplantes Landei wie ich, das keine Ahnung vom Zugfahren oder Fahrplänen hat, auf Anhieb den richtigen Weg findet.
 


Nach etwa einer Stunde Fahrt sind wir am Bahnhof Kings Cross angekommen, die Rolltreppen hinauf Richtung Tageslicht gefahren und direkt im regen Treiben von London gelandet. Als gut besuchte und auch beliebte Stadt waren dort natürlich massig Reisende und Touristen. Rote Doppeldeckerbusse oder schwarze Taxis sind an uns vorbeigefahren, die man ja sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Da war man dann erstmal restlos begeistert, weil es einfach genau so aussah wie in Dokus oder Filmen. Und Taxis gibt es da wirklich seeeehr viele, ich hatte das Gefühl, die ganze Stadt besteht fast nur aus Taxis, aber das stimmt natürlich nicht. Vom Bahnhof aus sind wir mit den Koffern im Schlepptau zum Hotel spaziert, wo wir dann erstmal zu einem ganz anderen, ca. fünf Minuten entferntem Gebäude geschickt wurde, das so gar nicht aussah wie das Foto im Internet. Wenn man bei Google "Travelodge Kings Cross" eingibt, so hieß unser Hotel, bekommt man nämlich das Bild eines etwas altertümlichen, hübschen Gebäudes, in das wir gar nicht untergebracht wurden. Unser Hotel war eher eine neuartige Zweitstelle mit einer Glasfront  und noch ein paar Minuten Fußweg weiter. Hat dem aber keinen Abbruch getan, denn auch dort haben wir uns wohgefühlt. Einchecken konnten wir erst ab 15 Uhr, wir durften aber schonmal unsere Koffer in einem Nebenraum parken, damit wir die nicht mit herumschleppen mussten.

Für 15 Uhr war ein Besuch bei Madame Tussauds geplant, dem berühmten Wachsfigurenkabinett. Um uns bis dahin die Zeit zu vertreiben, haben wir bei Starbucks erstmal ein Käffchen getrunken. Da Vanessa keinen Kaffee trinkt,  hatte sie sich einen Frapuccino mit Karamellgeschmack bestellt. Von den Getränken hatte ich schonmal gehört und mir immer gedacht: Bäh! Das ist doch kein Kaffee, sondern nur eine Zuckerbombe, das will ich nicht probieren! Jaja, ich und meine Angewohnheit erstmal grundsätzlich alles abzulehnen, was neu ist oder was ich nicht kenne... Hat nicht lang gehalten, denn dieses Frappucinozeug sah doch ganz lecker aus und zwei Tage später habe ich es bei einem weiteren Starbucksbesucht dann doch probiert. Lecker! Hätte ich nicht gedacht. Ich bin jetzt nicht so der Fan von Eiskaffee, aber den mochte ich wirklich, ich denke den werde ich mir in Deutschland auch nochmal bestellen. Vom Café aus haben Vanessa und ich unseren Eltern bescheid gegeben, dass wir sicher in London angekommen sind, damit sie sich keine Sorgen mehr zu machen brauchten.

Nach unserem kleinen Päuschen haben wir uns so langsam auf den Weg zu Madame Tussauds gemacht, wo wir an einer dieser typischen roten Telefonzellen vorbei gekommen sind. Da mussten wir sofort ein Foto drin machen! Ganz die Vorzeige-Touristen.

Ne Moment... Halt! Da musste ich jetzt kurz Vanessa fragen, seht ihr, ich vergesse schon die Hälfte. Bevor wir uns auf den Weg zu Madame Tussauds gemacht haben, haben wir nämlich noch den "Harry Potter Shop am Gleis Neundreiviertel" besucht. Der durfte natürlich nicht fehlen! Mei mei mei war da was los, sag ich euch. Aber das war zu erwarten, am Bahnhof selbst herrscht ja eh schon Betrieb, dazu kamen dann noch die Harry Potter Fans aus aller Welt, die entweder den Shop besuchen oder ein Foto mit einem bereitgestellten Gepäcktrolley machen wollten, für das man sich extra in eine lange Schlange einreihen musste. Der wurde für Harry Potter Begeisterte zum Fotozweck von den Mitarbeitern des Shops an einer Mauer samt Gleis-Neundreviertel-Schild angebracht. Wahrscheinlich um eventuell geistig umnachtete Fans davon abzuhalten, per Selbstversuch das Tor zur nicht vorhandenen magischen Welt zu durchbrechen und mit ihren Trolleys voll vor die Wand zu brettern. Man hatte sogar die Möglichkeit sich einen passenden Schal für das Foto auszuleihen, je nachdem ob man sich selbst in eines der vier Schulhäuser eingeordnet fühlt. Einen gelben, einen roten, einen grünen oder einen blauen. Damit können jetzt natürlich nur Harry Potter-Kennende etwas anfangen. Da wir wussten, das wir auch in der noch kommenden Studio Tour die Möglichkeit hatten, Fotos an ähnlichen bereitgestellten Trolleys machen zu können, haben wir darauf verzichtet, uns am Bahnhof für ein Foto anzustellen und sind direkt in den Shop gegangen.



Da gab es selbstverständlich alles, was das Herz begehrt. Bekleidungsartikel, Schmuck, Bücher, Spiele, Süßigkeiten, Sammlerobjekte, Filmrepliken, Geschirr, Poster, Kissen, Schreibwaren, Schlüsselanhänger, Spielzeug, Plüschtiere oder auch individualisierbare Koffer im Harry Potter Stil, auf denen man sich die Anfangsbuchstaben seines Vor-und Nachnames eingravieren lassen konnte. Das Musikthema der Winkelgasse hallte von den Wänden wieder, von der Decke hingen große Vogelkäfige mit Lampen, an den Tapeten prangten Sterne und alles in allem war der Laden wirklich schön dekoriert. Da ich mir schon vorher überlegt hatte, was ich kaufen wollte, habe ich schnell nach den Dingen Ausschau gehalten und musste nicht lange abwägen. Mit zur Kasse gingen der Zauberstab von George Weasley, ein Hogwarts-Ticket mit Goldschrift und ein Slytherinschal aus Lammwolle. (Auch damit werden nur Harry Potter-Kundige etwas anfangen können.) Vanessa hat sich auch einen für sie passenden gelben Hufflepuff-Schal gekauft, für den Tag war das auch erstmal alles, da wir ohnehin noch einmal wiederkommen und nicht gleich beim ersten Besuch all unser Geld ausgeben wollten. Zudem hatten wir ja noch die Studio-Tour vor uns und da gab es gleich mehrere Shops, in denen man sein Erspartes lassen konnte.

Also raus aus dem Laden und weiter Richtung Madame Tussauds.


Mit dem Handy als Orientierungshilfe in der Hand ging es in die Marylebone Road, wo sich schon die Besuchermassen getummelt haben. So etwa alle fünfzehn bis zwanzig Minuten wurde eine neue Gruppe eingelassen, die zuvor in einer Reihe vor der Tür gestanden haben und auch nur zu der passenden Zeit auf ihrem Ticket hineingehen durften. Die Leute standen allerdings kreuz und quer, teilweise falsch oder haben sich zu früh eingereiht und die Schlangen waren so lang, dass wir nicht wussten, wo wir uns anstellen sollten. Nach zweimaligem falschen Einreihen (unsere Uhrzeit hatte nicht gepasst) und Wartezeit durften wir Madame Tussauds betreten. An den Eingangstoren wurden kurz die Taschen gecheckt, wobei einer der Sicherheitsmänner Vanessas Tascheninhalt sofort mit einem "Aah, Harry Potter", kommentiert hat. Der flüchtige Blick auf die weinrote Tüte mit dem Gleisneundreiviertel-Logo hatte wohl gereicht.

Drinnen im Gebäude war es wie erwartet rappelvoll, für mich als Verweigerer von Menschenmassen schon fast ein wenig zu voll. Fotos von den Wachsfiguren machen konnte man nur schwer, meist war eine vorbeigehende Person im Bild oder hat sich just in dem Moment für ein Bild zu der Figur gesetzt/gestellt, als man auf den Auflöser gedrückt hat. Es waren wirklich viele Touristen aus dem asiatischen Raum anwesend, die ganz ihrem Klischee entsprechend von jeder Figur gefühlte zwanzig Bilder gemacht haben. Ich habe übrigens nichts gegen Asiaten, nicht dass ihr das denkt, aber man sagt ihnen ja nach, sie würden alles fotografieren, was bei drei nicht auf dem Baum ist, worüber sich auch in Filmen auch häufig lustig gemacht wird. Und nach dem Londonbesuch kann ich das definitiv bestätigen, es waren tatsächlich viele Asiaten dort, die fast alles fotografiert haben, darunter auch Werbeplakate oder irgendetwas im Nichts, wo ich dachte: Hä? Was fotografiert der denn da? Leitplanken oder so. :gruebel:


Von Raum zu Raum hat sich das Gedränge dann zum Glück etwas gebessert, es war nur der Eingangsbereich der überfüllt war. Von Sportlern, über Politiker, Filmcharaktere, Musiker, wichtige Persönlichkeiten der Geschichte oder Mitgliedern der königlichen englischen Familie waren alle Figuren vertreten. Vanessa und ich haben Fotos mit Emma Watson, Tom Hardy, Steven Spielberg, Shrek, Katniss Everdeen, Lady Diana, diversen Star Wars Helden und der Royal Family gemacht. In dem Besuch inklusive war auch der Eintritt in ein 4D Kino, wo wir uns einen Kurzfilm von Marvel - The Avengers ansehen, bzw. in dem Fall sogar erleben durften, da uns je nach Szene Wind um die Ohren gepustet, Wasser entgegen gesprüht oder vom Sitz in den Rücken geboxt wurde. Die Marvel-Filme kenne ich leider nicht, deshalb wusste ich nicht genau, was es damit auf sich hatte, aber das 4D Kino hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Von den Hauptfiguren kannte ich vom Namen her nur den Hulk und Spiderman. (Alle Marvel-Fans dürfen mich jetzt mit Büchsen bewerfen.)


Anschließend hat eine Erlebnisfahrt durch die Londoner Geschichte auf uns gewartet. Man steigt in eine Bahn ein, deren Waggons die Aufmachung von schwarzen Londoner Taxis haben, klappt den Sicherheitsbügel um und los geht eine gemächliche Fahrt vorbei an mit Puppen geschaffenen Szenen zu den jeweiligen Ereignissen einer Epoche. Wenn ihr schon einmal im Phantasialand bei Brühl/Köln gewesen seid und diese Mienenbahn besucht habt, dann wisst ihr, was ich meine. Filmen und Fotografieren war dabei strengstens verboten, während der Fahrt durfte man allerdings einmal in eine bereitgestellte Kamera grinsen und später entscheiden, ob man das Foto kaufen möchte. Haben wir natürlich gemacht, weil wir irgendwie ein bisschen deppert aussahen, aber auch breit gegrinst haben wie die Honigkuchenpferde. Ist eine schöne Erinnerung für Zuhause. Nach der Fahrt war der Rundgang dann auch so ziemlich beendet, am Ende konnte man noch den Souvenirshop durchstöbern, in dem wir aber nichts gekauft haben.

Zurück im Hotel konnten wir endlich einchecken, undzwar in Zimmer 469. Mit Aufzügen ging es in den vierten Stock, und in lange, schmale, weiß gestrichene Gänge, die mit den vielen alten Türen tatsächlich fast genau so aussahen wie die unter Deck liegenden Gänge der damaligen Titanic. Der Teppich im Flur musste wohl auch aus einer früheren Ära sein, denn der hat wirklich etwas muffig gerochen, das haben wir jedes mal bemerkt, sobald wir aus den Aufzügen kamen. Neben einem kleinen Badezimmer gab es standardmäßig ein Doppelbett, einen Schreibtisch, einen Fernseher und zwei an der Wand angebrachte Nachttische. Hinter dem großen Fenster war extra nochmal eine Art zweite Glaswand angebracht, was ich bis dato so auch noch nicht gesehen hatte. Vielleicht dienen die dazu, potenzielle Selbstmörder davon abzuhalten, aus dem Fenster zu springen oder ganz sicher zu gehen, dass jeder das Rauchverbot beachtet und keine Chance hat, sich qualmend ans Fenster zu stellen, ich weiß es nicht. Öffnen ließen sich auch nur zwei kleine Fenster rechts und links, die musste man nach außen drücken, um frische Luft einzulassen. Da unser Hotel direkt an einer gut befahrenen Kreuzung lag, hat man zwischendurch immer mal wieder jaulende Sirenen von Krankenwagen oder Polizeistreifen gehört. Nachdem wir uns eingerichtet und ausgeruht hatten, sind wir gegen Abend auf der Suche nach einem passenden Imbiss durch die Gegend geschlendert und haben schließlich in einer Pizzeria den Abend ausklingen lassen. Pizza Union hieß sie übrigens. Nach dem frühen Aufstehen, dem Flug und dem allgemein sehr ereignisreichen Tag sind wir später auch recht schnell eingeschlafen.

 


An Tag zwei haben wir zuerst in aller Ruhe bei Toast, Rührei, Crossaint, Kaffee und Orangensaft gefrühstückt, bevor wir uns zum zehn Minuten entfernten Bahnhof Kings Cross begeben, von wo aus wir mit der U-Bahn nach Cambridge gefahren sind. Dort sind wir bis Mittag durch ein belebtes Einkaufsviertel gebummelt, wo es allerlei interessante Geschäfte in diesen typischen älteren Gebäuden gab und wir auch zu Mittag gegessen haben.

 

Gegen Abend war eine Open Air Sightseeing Bus Tour geplant, die Zeit bis dahin haben wir uns zum Großteil im Hyde Park (ein großen Grünanlage) vertrieben, zuvor waren wir auch kurz im Hardrock Café, da Vanessa dort auf jeden Fall ein T-shirt kaufen wollte. Im Hydepark haben wir es uns auf den Bänken gemütlich gemacht und man konnte in der Ferne immer wieder Eichhörnchen beobachten, die über die Wiesen gehuscht sind. Die kleinen Tierchen sind richtig süß, die hatten kaum Angst vor Menschen und sind sogar ganz nah an uns herangekommen, sodass wir sie fotografieren konnten. Es sah so niedlich aus, wie das Eichhörnchen immer wieder ein hingelegtes Stück von meinem Fruchtriegel geknabbert hat. Ganz offensichtlich hat es ihm geschmeckt, jedenfalls hat es zufrieden vor sich hingemümmelt.

Zu viel wollten wir dem Tierchen dann aber auch nicht geben, also sind wir weitergezogen, haben die Millenium Bridge passiert (über deren linker Seite sich leider eine Absperrung aufgrund von Bauarbeiten oder ähnlichem gezogen hat), Fotos von der Themse, der Londoner Skyline, der Saint Paul's Cathedral sowie einem Kriegerdenkmal gemacht und am Ufer des Flusses neben der Tate Gallery of Modern Art einem talentierten Straßenmusiker mit Gitarre gelauscht.


Um uns nach dem Lauf durch die Stadt etwas aufzuwärmen, haben wir uns bis zum Start der Bustour erneut in ein Starbucks Café gesetzt und heiße Getränke bestellt. Gegen 20 Uhr haben wir uns an der Haltestelle eingefunden, von wo aus die London bei Nacht Tour starten sollte. Da wir so ziemlich die ersten waren, haben wir uns direkt die hintersten Plätze in der oberen Etage des Busses gesichert, weil man von dort aus einen super Blick auf alles hatte und zur Not auch über die Schulter hinweg nach hinten fotografieren konnte, falls man mal ein Motiv vergessen würde. Mit einer kleinen Verspätung sind wir aufgebrochen und es war gut, das wir uns relativ warm angezogen hatten, denn die Temperatur war mittlerweile ganz ordentlich gesunken und die Luft etwas frostig. Auf einem erhaltenen Plan konnten wir genau verfolgen, wohin wir als nächstes fuhren und kaum sind wir gestartet, da hat sich die erste Dame auch schon nach unten in die wärmere Etage verzogen, weil es ihr an der freien Luft wohl doch zu kalt war. Stationsmäßig sind wir mit dem Bus und einem unterhaltsamen Tourguide, der uns allerhand informatives über die Gebäude zu berichten hatte, durch London gefahren. Zweimal sind wir dabei durch einen Tunnel gesaust und holla wurde man da in die Sitze gedrückt, als der Bus beschleunigt hat. Das hat sich angefühlt wie auf einer Achterbahnfahrt und hat richtig Spaß gemacht, auch wenn man währenddessen nach Luft schnappen wusste, da die Fahrtluft so stark war.


Vom Wellington Arch ging es zur Royal Albert Hall, dann zum Natural History Museum, zum Kaufhaus Harrods, zum Marble Arch, zur Westminster Abbey, zum Big Ben (den wir leider nicht sehen konnte, da er bis auf das Uhrwerk aufgrund von Instandhaltungsarbeiten komplett verhüllt war), zu den Houses of Parliament, vorbei am London Eye, den Royal Courts of Justice, der St. Paul's Cathedral, über und unter der Tower Bridge hindurch, am Tower of London vorbei, zur Whitehall, zum Trafalgar Square und schließlich zum Piccadilly Circus. Der letzte Halt wäre eigentlich der Buckingham Palace gewesen, der war auch extra angekündigt worden, aber wir sind dort nicht vorbeigefahren. Ich weiß nicht wieso, ob es an der Verspäteten Abfahrt lag und hinterher keine Zeit mehr blieb? Das fand ich schon sehr schade, denn den hätte ich wirklich gerne live gesehen. Es war aber auch so sehr schön und sehr unterhaltsam. Vor allem der Asiate, der auf dem Sitz vor uns saß und wieder alles geknippst hat, was ihm vor die Linse kam.

Während der Fahrt waren immer mehr Leute von der oberen Etage in die Untere verschwunden, weil es ihnen doch zu zugig wurde. Wir sind bis zum Ende oben sitzen geblieben und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vanessa hat geknippst, was das Zeug hielt, ich habe nur ein paar Videos gemacht, weil ich zu faul war, meine gute Nikon vorher einzustellen und ich zugebenermaßen auch keine Lust hatte, mich mit Belichtungstechniken und verschiedenen Modi für Nachtfotografien zu beschäftigen. Meine Ergebnisse waren immer zu dunkle oder halb verwackelte Aufnahmen und während der Fahrt war es auch schwer, zu fotografieren, deshalb habe ich das nach einer Weile komplett Vanessa überlassen.


Durchgefroren aber glücklich ging es dann mit der U-Bahn zurück nach Kings Cross und ins Hotel, ein unterwegs gekauftes Sandwich hat als Abendessen hergehalten.
 


Tag drei der Reise haben wir vollständig in der Warner Brothers Studio Tour verbracht, den seperaten Bericht dazu könnt ihr euch hier (Link wird noch eingefügt, sobald der Bericht online ist) durchlesen, falls ihr Interesse habt.

An Tag 4 waren wir leider gelinde gesagt total im Eimer. Erschöpft von der Reise. Obwohl es nur drei Tage waren, haben wir so viel erlebt und sind so weit gelaufen, dass wir müde und äußerst umotiviert waren. Für den letzten Tag hatten wir den Besuch des Camden Market eingeplant, einem großen Einkaufsviertel aus sechs benachbarten Marktbereichen. Dort gibt es so ziemlich alles was das Herz begehrt - Kleidung, verschiedenste Speisen und Getränke, Stände mit außergewöhnlichem und handgemachtem Schmuck, Accessoires bis zum Abwinken, Merchandise und natürlich Souvenirs. Bei den Klamotten-Händlern habe ich doch glatt mein ganzes restliches Geld verprasst. Siebzig Pfund habe ich für einen wirklich schönen grauen Mantel mit figurbetontem Schnitt im englischen Stil ausgegeben, den ich mir ohnehin kaufen wollte und fünfundzwanzig Pfund habe ich noch für eine andere Jacke rausgehauen. Ich war ganz überrascht, als auf einmal mein ganzes Portemonaite leer war. Ich dachte, ich hätte noch mehr Geld gehabt, aber das war es dann. Nur noch klägliche vier Pfund waren übrig, wovon ich mir gerade noch so etwas zu Essen kaufen konnte. Die habe ich dann überflüssigerweise in ungewürzte Pommes investiert, weil ich nicht wusste, dass man sich die in England offenbar selbst mit bereitgestellten Salzstreuern würzen muss. Tja, weg war das Geld und damit auch die Möglichkeit, noch etwas zu kaufen. So konnte ich dann nur noch Vanessa folgen, die sich an einem der Schmuckstände in einem Gebäude eine sehr hübsche Kette gekauft hat. Menno, hätte ich mal besser mehr Geld dabei gehabt oder wahlweise eine Kreditkarte. Mit der normalen Bankkarte konnte man nämlich kein Geld abheben, kein Automat wollte sie annehmen, nichtmal der im Hotel.



Da es ohnehin geregnet und wir dadurch relativ schnell durchnässt waren, sind wir kurz darauf schon wieder zurück zum Hotel gefahren, wo wir schlicht herumgefaulenzt haben. Eigentlich hätten wir gerne noch etwas unternommen, aber da wir beide erschöpft waren, in meinem Fall kein Geld mehr übrig war und wir die letzten verbliebenen fünf Pfund auf der Oystercard dringend für die Rückreise zum Flughafen brauchten, konnten wir nicht einmal mehr irgendwo hinfahren. Um wenigstens noch irgendetwas zu unternehmen, sind wir gegen Nachmittag nochmal zum Harry Potter Shop am Bahnhof Kings Cross spaziert, wo Vanessa dann auch ihr restliches Geld noch sinnvoll in Merchandise investiert hat. Sie hat sich nämlich das Gegenstück zu meinem gekauften Zauberstab - den von Fred Weasley geholt. Bei dem hatte ich schon überlegt, ihn mitzunehmen, aber ich bin froh, dass Vanessa ihn nun gekauft hat. Ursprünglich waren wir noch einmal zu dem Shop gegangen, weil Vanessa gerne einen fliegenden Schnatz haben wollte, die wir bei den vorherigen Besuchen gesehen hatten, aber genau die gab es ausgerechnet an dem Tag nicht mehr.


Aaaach und ich höre gerade von Vanessa, dass sie sich den Zauberstab doch schon bei der Studio Tag gekauft hat. Seht ihr, da hat meine Rübe wieder etwas durcheinander geworfen. Sie hat sich am letzten Tag die Noble Collections Figur des Basilisken, ein T-shirt mit dem Motiv der Karte des Rumtreibers und einen Schlüsselanhänger gekauft. Gut, dass ich sie während des Schreibens zwischendurch nochmal frage, wie das denn nun gewesen ist. Blödes Gehirn. Zum Abschluss waren wir noch einmal gemütlich Kaffeetrinken bei unserem mittlerweile zum Café der ersten Wahl gewordenem Starbucks. Dort habe ich dann wie oben berichtet den Frappucino und einen äußerst deliziösen Schokomuffin probiert! Das Rezept davon hätte ich auch mal gern. Zahlen musste dann natürlich Vanessa mit ihren letzten Münzen, da ich ja blank war *hüstel* Wenn wir das nächste Mal in Deutschland zu Starbucks oder in ein anderes Café gehen, muss ich ihr dringend etwas ausgeben.

Das war es dann auch vom letzten Tag, wir haben nur schonmal soweit die Koffer gepackt und sind früh zu Bett gegangen, da wir am nächsten Morgen vor der Abreise früh beim Frühstück aufschlagen mussten. Oh es gab übrigens ein tolles Gerät, von dem ich noch gar nicht berichtet habe: Einen Toast-Automaten! Den habe ich hier in Deutschland noch nie gesehen. Man legt seine Toastscheibe oben in den Automaten hinein, es läuft auf einem Band an den Heizstäben im Innern vorbei und kommt fertig geröstet unten wieder raus. Spektakulär!

An einem Morgen hat es einmal recht verbrannt im Speisebereich gerochen, da irgendjemand auf die Idee kam, sein Crossaint darin aufzuwärmen, wofür das Gerät aber nicht ausgelegt war. Auf einem kleinen Hinweisschild an der Wand stand auch extra, man solle sich melden, wenn man sein Crossaint warm genießen möchte, das hat der Verantwortliche wohl übersehen. Sein Crossaint kam verkokelt wieder raus. :grin:


Nach der letzten Mahlzeit sind wir zurück auf das Zimmer gegangen, haben uns fertig gemacht, alles zusammengepackt, beim Auschecken einen an der Rezeption geborgten Föhn abgegeben und sind mitsamt der Koffer Richtung Kings Cross marschiert. Der Mann an der Rezeption war sehr erfreut, dass wir doch tatsächlich den Föhn wieder abgegeben haben, anscheinend werden dort des öfteren geliehene Geräte einfach mit nach Hause genommen.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erzählen, wir sind mit der U-Bahn zum Flughafen gefahren, gegen 14.00 Uhr in Deutschland gelandet und nachdem Vanessas Vater uns abgeholt hat, um 17.00 Uhr Zuhause angekommen. Am Flughafen in Düsseldorf hat uns auf dem Parkplatz noch ein Mann angesprochen, ob wir Deutsch sprechen würden. Er war erleichtert, als Vanessas Vater bejaht hatte und hat erklärt, dass er vor kurzem operiert wurde, die dazugehörige Narbe am Handgelenk aufgerissen sei und er niemanden seiner Angehörigen erreichen könne. Er brauchte neun Euro (für die Fahrt nach Hause glaube ich), wovon wir sechs oder sieben noch so eben zusammenkratzen konnten. Die Wunde sah echt nicht so gut aus, sie hat geblutet, ich hoffe, er hat es noch nach Hause geschafft.


Im trauten Heim habe ich noch den Koffer ausgepackt, zu mehr war ich dann nicht mehr fähig, weil die zwei Reisetabletten mich förmlich ausgeknockt haben. Zum Glück hat mein Chef mir für den darauffolgenden Tag noch frei gegeben, sodass ich mich erstmal erholen konnte, am Samstag war ich dann wieder arbeiten.


Fazit: London ist eine tolle Stadt, sehr belebt, es ist immer was los, man sieht die verschiedensten Leute, schöne Gebäude und es gibt sehr viel zu erkunden. In vier Tagen ist das alles unmöglich zu schaffen, aber immerhin haben wir einen kleinen Einblick gewonnen. Der Urlaub und das überwinden der Angst vor dem Fliegen haben sich mehr als gelohnt und das Highlight der Reise war mit Abstand die Warner Brothers Studio Tour. Mein Bruder hat übrigens direkt neugierig die Tüte mit den ganzen gekauften Sachen unter die Lupe genommen und mit dem Zauberstab herumgefuchtelt. Ich hoffe, der nächste Urlaub lässt nicht allzu lang auf sich warten und wer weiß, vielleicht traue ich mich ja doch nochmal in ein Flugzeug. :)

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