So, hier kommt wie versprochen der Bericht zu dem London-Kurztrip von Sonntag dem 05.05. bis Donnerstag dem 09.05.2019. Der eigentliche Grund f├╝r diese Reise war die Warner Brothers Studio Tour, quasi das Mekka f├╝r jeden Harry Potter-Begeisterten. Die Idee kam sogar recht spontan nachdem ich mir nach l├Ąngerer Zeit mal wieder alle Filme zu Gem├╝te gef├╝hrt habe und daraufhin unbedingt die Tour machen wollte. Auch Vanessa war dem nicht abgeneigt und zack haben wir uns f├╝r Mai kurzfristig den London-Urlaub zurechtgelegt, weil ich den Trip auf jeden Fall auch vor Antritt meiner neuen Arbeitsstelle im Juli gemacht haben wollte. Normalerweise mache ich sowas nie. Schon gar nicht innerhalb so kurzer Zeit und dann noch in einem anderen Land. Aber mein Bruder hat mir mal gesagt: Geh mal raus, du musst mal was machen! Und recht hat er. Einfach mal spontan sein. Mal etwas unternehmen, mal etwas entdecken von der Welt und nicht nur die ganze Zeit in den eigenen vier W├Ąnden hocken und vor dem Laptop h├Ąngen. Man verpasst ja alles. Also wurde es Zeit.


Im Reiseb├╝ro haben wir uns ein Angebot eingeholt,wobei sich herausgestellt hat, dass einer der dort Angestellten ebenfalls ein gro├čer Harry Potter Fan ist! Das war total ├╝berraschend und niedlich, als er angefangen hat, davon zu schw├Ąrmen und meinte, wenn er das Geld h├Ątte, w├╝rde er einen eigenen Harry Potter Themenpark aufbauen und dort einziehen Er hat uns ein Hotel in London herausgesucht, das idealerweise in der N├Ąhe des Bahnhofs Kings Cross lag, von dem aus die Tour per Bus starten sollte, sodass wir nicht weit laufen mussten. Au├čerdem waren von diesem Bahnhof auch s├Ąmtliche andere Sehensw├╝rdigkeiten in der Stadt zu erreichen.


Nachdem er uns das Angebot mit enthaltenen Fl├╝gen ausgedruckt hatte, sind wir voller Vorfreude nach Hause gegangen und haben auf den Reisebeginn hingefiebert. Da Vanessa bis dato noch keines der Harry Potter gelesen, sondern nur die ersten vier Filme gesehen hatte, habe ich ihr die B├╝cher ausgeliehen und bei einem Filmeabend haben wir uns zur Einstimmung den f├╝nften, sechsten und siebten Film angeschaut.

Am Sonntag dem 04. Mai ging es dann endlich los. Eigentlich hatte mein Bruder versprochen, uns zum Flughafen nach D├╝sseldorf zu fahren, doch der hat glatt den Flugtag verwechselt. Er dachte, wir w├╝rden Montag fliegen, stand um halb 3 in der Nacht bei mir im Zimmer, um sein Handyladekabel zu holen und hat mich ganz verwundert gefragt, warum ich denn noch wach w├Ąre. Ob ich nicht schlafen k├Ânne. Wie, hatte ich ebenfalls verdutzt gefragt, wir wollten doch gleich los. Woraufhin er total perplex entgegnet hatte: Wohin? ├ähm... zum Flughafen? Erst da begann es in seinem um die Uhrzeit schon erlahmten Hirn langsam zu rattern und es machte Klick.

Zwar wollte er uns noch fahren, hat sich dann aber doch im letzten Moment umentschieden, weil er gerade erst nach Hause gekommen und schon zu m├╝de war. Die Fahrt nach D├╝sseldorf w├Ąre zu anstrengend gewesen, weshalb er meine Mutter aus dem Bett geklingelt hat, die dankenswerterweise den Fahrdienst ├╝bernommen hat. Etwas gereizt, weil das Navigationssystem nicht so wollte wie wir und wie man es ohnehin schon ist, wenn man um 3 Uhr in der Nacht aus dem Bett geworfen wird, um mal eben nach D├╝sseldorf zu fahren, sind wir dann endlich aufgebrochen. Vanessa stand schon auf gepacktem Koffer im Flur, wir haben ihn fix in den Kofferraum gewuchtet und ab ging es. Auf dem Weg nach D├╝sseldorf haben wir uns zweimal "verfahren", was ich meiner Mutter allerdings nicht mitgeteilt habe, da sie ja eh schon etwas ├╝berm├╝det hinter dem Steuer hing *hust* Einfach so tun, als w├Ąre nie etwas gewesen und die Klappe halten. :grin:

Am Flughafen selbst herrschte reger Verkehr, gro├čartig parken konnte man dort nicht, daher hat meine Mutter kurz gehalten, Vanessa und ich haben unsere Koffer geschnappt und sind mit der Hoffnung zum Flughafengeb├Ąude marschiert, dass meine Mutter den Weg zur├╝ck finden und unterwegs nicht einschlafen w├╝rde. Auf einer der vielen Anzeigetafeln haben wir nach unserem Flug gesucht, uns dann beim Check-In eingereiht und sind schlie├člich durch die Sicherheitskontrollen gegangen.


Vor letzterem hatte ich im Vorfeld schon allerlei Bedenken gehabt, ich wollte ja nicht, dass die Schleuse bei mir anf├Ąngt zu Piepen und habe Vanessa (die im Gegensatz zu mir schonmal geflogen ist) vorher mit etlichen Fragen gel├Âchert. Piept das Ding auch bei Haarspangen? Wird man befummelt? Wie laufen die Kontrollen ab? Was darf man alles mitnehmen? Was ist verboten? Wie ist das mit den Fl├╝ssigkeiten im Handgep├Ąck geregelt? Etc etc. Ein ausl├Ąndischer Mitb├╝rger, der total Bock auf seinen Job hatte (nicht), hat jeden Passagier in immer gleichem monotonen Ablauf gefragt, ob er denn Fl├╝ssigkeiten dabei habe. Ich hatte eine winzig kleine Flasche mit Mineralwasser dabei, da ich dachte, diese bei eingepackten Reisetabletten mitf├╝hren zu d├╝rfen, doch die war leider nicht erlaubt. Ab in den Entsorgungsbeh├Ąlter damit, ist ja nicht schlimm, nach den Sicherheitsschleusen konnte man sich ja ein neues Getr├Ąnk kaufen. Elektronische Ger├Ąte kamen mitsamt der ausgezogenen Jacke und der Handtasche mit eine Kiste, die per Laufband durch das R├Ântgenger├Ąt gefahren wurde. In einem neuartigen Sicherheits... ├Ąhm... aus mangelndem Wort nenne ich jetzt einfach mal "Konstrukt", mussten wir die Arme kurz hochnehmen, still stehen, uns abscannen lassen und danach nochmal an einem Herrn mit Metalldetektor vorbei. Bei Vanessa hat nichts gepiept, bei mir allerdings die Stiefel mit Metallschnalle. Die musste ich kurz ausziehen, eine Dame hat Socken und Kn├Âchel abgetastet, um sie auf eventuell versteckte Gegenst├Ąnde zu pr├╝fen und die Stiefel dann nochmal einzelnd durch das Ger├Ąt geschickt. Nichts verd├Ąchtiges, keine Minute sp├Ąter durfte ich sie wieder anziehen. Wir haben unser Zeug vom Laufband geholt, die Jacken wieder angezogen und hatten die Sicherheitskontrollen somit hinter uns.

Nun hie├č es die Zeit bis zum Flug totschlagen. Wer Flughafenpreise kennt, wei├č, dass Lebensmittel und Getr├Ąnke dort sehr teuer gehandelt werden und au├čer einem belegten Br├Âtchen sowie einer Wasserflasche haben wir uns dort nichts gekauft. Acht Euro waren wir mal eben f├╝r diese kleine Mahlzeit los. Nach und nach haben sich im Wartebereich immer mehr Leute eingefunden, bis endlich das Boarding losging. Da reiht man sich nochmal in einer Warteschlange ein, zeigt seinen Personalausweis samt Ticket, damit auch jeder ja in den richtigen Flieger steigt und dann darf man das Tor zum Flieger passieren. Durch eine Art Tunnel geht es direkt zum Eingang des Flugzeugs, wo man von den freundlichen Stewards Willkommen gehei├čen wird. Unsere Fluggesellschaft war Eurowings, unsere Sitzpl├Ątze 17E und 17F lagen in der Mitte des Flugzeugs (Vanessa hatte sie schon im Vorfeld f├╝r uns reserviert) und ich durfte am Fenster sitzen. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, denn eigentlich hatte ich mir mal geschworen, nie im Leben in ein Flugzeug zu steigen, aber Gott sei Dank habe ich daran nicht festgehalten.


Man macht sich im Vorfeld so verr├╝ckt und hat Angst, dass die Maschine abst├╝rzen k├Ânnte, aber wenn man sich anschaut, wie viele Flugzeuge tagt├Ąglich starten und sicher landen, ist das gar nicht n├Âtig. Falls allerdings wirklich mal etwas passiert, dann ist es nat├╝rlich schlimm, da viele Menschen auf einmal umkommen oder der Unfall von den Medien ordentlich aufgebauscht wird. Ich habe mich da selbst beruhigt mit dem Gedanken: Guck mal, die ganzen Harry Potter Darsteller sind auch schon zig mal hin-und hergeflogen, um zu Premieren oder Drehorten zu kommen und nie ist etwas passiert. Wenn die das k├Ânnen, kannst du das jawohl auch. Au├čerdem fliegen Gesch├Ąftsleute oder Sportler oft mehrmals die Woche quer ├╝ber den Globus, das ist in der heutigen Zeit schon vollkommen normal. Falls also einer von euch Lesern Angst vor dem Fliegen hat und ihr aus diesem Grund in kein Flugzeug steigt, kann ich euch beruhigen. Es ist nicht halb so schlimm, wie man es sich ausmalt oder erwartet, im Gegenteil. Das Einzige, was etwas ungewohnt ist, ist das laute Brummeln der Maschine wenn sie in der Luft ist. Und denkt immer daran: Wenn ihr es nicht wagt, werdet ihr vielleicht nie an Orte gelangen, die ihr gerne mal sehen bzw. besuchen w├╝rdet. Tut es einfach, ihr werdet es nicht bereuen. F├╝r den Anfang reicht erstmal ein einst├╝ndiger Flug, kaum habt ihr die Reiseh├Âhe erreicht, seid ihr auch schon wieder im Landeanflug. Das geht ruck zuck. Oh und ein Tipp: Packt euch auf jeden Fall Reisetabletten ein! Die kosten nicht viel, die bekommt man in der Apotheke f├╝r 5€ und die helfen wirklich gut. Ich h├Ątte sie besser auch auf dem Hinflug genommen, denn da ist mir zum Ende hin ein wenig schlecht geworden, aber ich hatte es erstmal ohne probiert. Die Verk├Ąuferin in der Apotheke meinte n├Ąmlich, die Tabletten w├╝rden m├╝de machen und das stimmt auch, wie ich auf dem R├╝ckflug festgestellt habe. Und bei dem ersten Flug wollte ich unbedingt hellwach sein, damit ich ja nichts verpasse, denn das ist ja schon etwas besonderes. Im Nachhinein denke ich: H├Ątteste mal besser die Tabletten genommen, zumindest bei der Ankunft im Hotel, denn von diesem flauen Gef├╝hl und der ├ťbelkeit hatte ich noch drei Tage etwas. Aber weiter im Text.

 



Das Flugzeug hatte gegen Sonnenaufgang kaum abgehoben, da sind wir auch schon wieder gelandet. Schon beim Landeanflug konnte man aus dem Fenster heraus einen Blick auf London werfen und man ist die Stadt riesig! Das h├Ątte ich gar nicht gedacht. Ich wusste ja, dass die Stadt gro├č ist, aber so gro├č... wow.

Unser Pilot war (soweit ich als Laie das beurteilen kann) ein f├Ąhiger Mann, denn die Landung war so sanft, dass man kaum etwas davon mitbekommen hat. Als das Flugzeug vom Rollfeld Richtung Flughafengeb├Ąude gesteuert und gebremst hat, konnten wir aussteigen. Gelandet sind wir in Heathrow. Die Besatzung hat uns verabschiedet und ab da war es dann vorerst vorbei mit deutschsprachiger Gesellschaft und deutschsprachiger Beschilderung. Neben uns am Flughafengeb├Ąude standen die ganzen anderen Flugzeuge aus aller Herren L├Ąnder, mal eine kleinere aus Portugal, mal eine gr├Â├čere mit Maoriverzierungen aus Neuseeland, was schon recht beeindruckend war. Das war alles ganz neu und aufregend. Da ich mich null mit dem Fliegen und allem drumherum auskannte, bin ich artig Vanessa zur Gep├Ąckausgabe hinterher gelaufen, wo wir unsere Koffer von einem Laufband ziehen durften. Die wurden in Deutschland im Vorfeld gewogen, meiner lag bei ca. 14kg und ich war froh, nur den kleinen unserer beiden Zuhause verf├╝gbaren Koffer ausgew├Ąhlt zu haben, denn auch der war schon schwer genug. Au├čerdem wollten wir in London ja auch  noch reichlich einkaufen, das Gewicht ist dann beim R├╝ckflug auch nochmal oben draufgekommen. Untersch├Ątzt das also nicht, wenn ihr das erste Mal fliegt, wiegt den Koffer Zuhause im Vorfeld und packt nur das ein, was ihr wirklich braucht.


Nach Abholen unserer Koffer sind wir mit einem Aufzug in die Tiefe gefahren, wo man praktischerweise genau an einer U-Bahn-Station herauskommt. Wir hatten uns (auch im Vorfeld in Deutschland) bereits eine sogenannte Oystercard im Wert von drei├čig Euro zugelegt, die f├╝r die vier Tage genau gepasst hat. Mit der Karte kann man ├╝berall hinfahren, man legt sie einfach auf einen Scanner vor den T├╝ren, die zur U-Bahn f├╝hren und schon ├Âffnen sich diese. Man braucht nicht vor jeder Fahrt ein Ticket l├Âsen, der Betrag f├╝r die gefahrene Strecke wird erst beim Verlassen des Zielbahnhofs abgebucht und auf einem kleinen Bildschirm an den T├╝ren wird auch genau angezeigt, wie viel Guthaben noch auf der Karte ist. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, kann man die Karte an jeder U-Bahn-Station per Automat ganz einfach wieder aufladen. Generell finde ich den U-Bahn-Verkehr in London wirklich super gel├Âst und auch sehr simpel, da jede Bahn sogar eine eigene Farbe hat und die Z├╝ge dort im Minutentakt fahren. Wenn man mal eine verpasst hat, braucht man keine halbe Stunde zu warten wie in Deutschland, sondern steigt einfach in die n├Ąchste. Auch die Fahrpl├Ąne sind total einfach gehalten, sodass sogar ein verplantes Landei wie ich, das keine Ahnung vom Zugfahren oder Fahrpl├Ąnen hat, auf Anhieb den richtigen Weg findet.
 


Nach etwa einer Stunde Fahrt sind wir am Bahnhof Kings Cross angekommen, die Rolltreppen hinauf Richtung Tageslicht gefahren und direkt im regen Treiben von London gelandet. Als gut besuchte und auch beliebte Stadt waren dort nat├╝rlich massig Reisende und Touristen. Rote Doppeldeckerbusse oder schwarze Taxis sind an uns vorbeigefahren, die man ja sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Da war man dann erstmal restlos begeistert, weil es einfach genau so aussah wie in Dokus oder Filmen. Und Taxis gibt es da wirklich seeeehr viele, ich hatte das Gef├╝hl, die ganze Stadt besteht fast nur aus Taxis, aber das stimmt nat├╝rlich nicht. Vom Bahnhof aus sind wir mit den Koffern im Schlepptau zum Hotel spaziert, wo wir dann erstmal zu einem ganz anderen, ca. f├╝nf Minuten entferntem Geb├Ąude geschickt wurde, das so gar nicht aussah wie das Foto im Internet. Wenn man bei Google "Travelodge Kings Cross" eingibt, so hie├č unser Hotel, bekommt man n├Ąmlich das Bild eines etwas altert├╝mlichen, h├╝bschen Geb├Ąudes, in das wir gar nicht untergebracht wurden. Unser Hotel war eher eine neuartige Zweitstelle mit einer Glasfront  und noch ein paar Minuten Fu├čweg weiter. Hat dem aber keinen Abbruch getan, denn auch dort haben wir uns wohgef├╝hlt. Einchecken konnten wir erst ab 15 Uhr, wir durften aber schonmal unsere Koffer in einem Nebenraum parken, damit wir die nicht mit herumschleppen mussten.

F├╝r 15 Uhr war ein Besuch bei Madame Tussauds geplant, dem ber├╝hmten Wachsfigurenkabinett. Um uns bis dahin die Zeit zu vertreiben, haben wir bei Starbucks erstmal ein K├Ąffchen getrunken. Da Vanessa keinen Kaffee trinkt,  hatte sie sich einen Frapuccino mit Karamellgeschmack bestellt. Von den Getr├Ąnken hatte ich schonmal geh├Ârt und mir immer gedacht: B├Ąh! Das ist doch kein Kaffee, sondern nur eine Zuckerbombe, das will ich nicht probieren! Jaja, ich und meine Angewohnheit erstmal grunds├Ątzlich alles abzulehnen, was neu ist oder was ich nicht kenne... Hat nicht lang gehalten, denn dieses Frappucinozeug sah doch ganz lecker aus und zwei Tage sp├Ąter habe ich es bei einem weiteren Starbucksbesucht dann doch probiert. Lecker! H├Ątte ich nicht gedacht. Ich bin jetzt nicht so der Fan von Eiskaffee, aber den mochte ich wirklich, ich denke den werde ich mir in Deutschland auch nochmal bestellen. Vom Café aus haben Vanessa und ich unseren Eltern bescheid gegeben, dass wir sicher in London angekommen sind, damit sie sich keine Sorgen mehr zu machen brauchten.

Nach unserem kleinen P├Ąuschen haben wir uns so langsam auf den Weg zu Madame Tussauds gemacht, wo wir an einer dieser typischen roten Telefonzellen vorbei gekommen sind. Da mussten wir sofort ein Foto drin machen! Ganz die Vorzeige-Touristen.

Ne Moment... Halt! Da musste ich jetzt kurz Vanessa fragen, seht ihr, ich vergesse schon die H├Ąlfte. Bevor wir uns auf den Weg zu Madame Tussauds gemacht haben, haben wir n├Ąmlich noch den "Harry Potter Shop am Gleis Neundreiviertel" besucht. Der durfte nat├╝rlich nicht fehlen! Mei mei mei war da was los, sag ich euch. Aber das war zu erwarten, am Bahnhof selbst herrscht ja eh schon Betrieb, dazu kamen dann noch die Harry Potter Fans aus aller Welt, die entweder den Shop besuchen oder ein Foto mit einem bereitgestellten Gep├Ącktrolley machen wollten, f├╝r das man sich extra in eine lange Schlange einreihen musste. Der wurde f├╝r Harry Potter Begeisterte zum Fotozweck von den Mitarbeitern des Shops an einer Mauer samt Gleis-Neundreviertel-Schild angebracht. Wahrscheinlich um eventuell geistig umnachtete Fans davon abzuhalten, per Selbstversuch das Tor zur nicht vorhandenen magischen Welt zu durchbrechen und mit ihren Trolleys voll vor die Wand zu brettern. Man hatte sogar die M├Âglichkeit sich einen passenden Schal f├╝r das Foto auszuleihen, je nachdem ob man sich selbst in eines der vier Schulh├Ąuser eingeordnet f├╝hlt. Einen gelben, einen roten, einen gr├╝nen oder einen blauen. Damit k├Ânnen jetzt nat├╝rlich nur Harry Potter-Kennende etwas anfangen. Da wir wussten, das wir auch in der noch kommenden Studio Tour die M├Âglichkeit hatten, Fotos an ├Ąhnlichen bereitgestellten Trolleys machen zu k├Ânnen, haben wir darauf verzichtet, uns am Bahnhof f├╝r ein Foto anzustellen und sind direkt in den Shop gegangen.



Da gab es selbstverst├Ąndlich alles, was das Herz begehrt. Bekleidungsartikel, Schmuck, B├╝cher, Spiele, S├╝├čigkeiten, Sammlerobjekte, Filmrepliken, Geschirr, Poster, Kissen, Schreibwaren, Schl├╝sselanh├Ąnger, Spielzeug, Pl├╝schtiere oder auch individualisierbare Koffer im Harry Potter Stil, auf denen man sich die Anfangsbuchstaben seines Vor-und Nachnames eingravieren lassen konnte. Das Musikthema der Winkelgasse hallte von den W├Ąnden wieder, von der Decke hingen gro├če Vogelk├Ąfige mit Lampen, an den Tapeten prangten Sterne und alles in allem war der Laden wirklich sch├Ân dekoriert. Da ich mir schon vorher ├╝berlegt hatte, was ich kaufen wollte, habe ich schnell nach den Dingen Ausschau gehalten und musste nicht lange abw├Ągen. Mit zur Kasse gingen der Zauberstab von George Weasley, ein Hogwarts-Ticket mit Goldschrift und ein Slytherinschal aus Lammwolle. (Auch damit werden nur Harry Potter-Kundige etwas anfangen k├Ânnen.) Vanessa hat sich auch einen f├╝r sie passenden gelben Hufflepuff-Schal gekauft, f├╝r den Tag war das auch erstmal alles, da wir ohnehin noch einmal wiederkommen und nicht gleich beim ersten Besuch all unser Geld ausgeben wollten. Zudem hatten wir ja noch die Studio-Tour vor uns und da gab es gleich mehrere Shops, in denen man sein Erspartes lassen konnte.

Also raus aus dem Laden und weiter Richtung Madame Tussauds.


Mit dem Handy als Orientierungshilfe in der Hand ging es in die Marylebone Road, wo sich schon die Besuchermassen getummelt haben. So etwa alle f├╝nfzehn bis zwanzig Minuten wurde eine neue Gruppe eingelassen, die zuvor in einer Reihe vor der T├╝r gestanden haben und auch nur zu der passenden Zeit auf ihrem Ticket hineingehen durften. Die Leute standen allerdings kreuz und quer, teilweise falsch oder haben sich zu fr├╝h eingereiht und die Schlangen waren so lang, dass wir nicht wussten, wo wir uns anstellen sollten. Nach zweimaligem falschen Einreihen (unsere Uhrzeit hatte nicht gepasst) und Wartezeit durften wir Madame Tussauds betreten. An den Eingangstoren wurden kurz die Taschen gecheckt, wobei einer der Sicherheitsm├Ąnner Vanessas Tascheninhalt sofort mit einem "Aah, Harry Potter", kommentiert hat. Der fl├╝chtige Blick auf die weinrote T├╝te mit dem Gleisneundreiviertel-Logo hatte wohl gereicht.

Drinnen im Geb├Ąude war es wie erwartet rappelvoll, f├╝r mich als Verweigerer von Menschenmassen schon fast ein wenig zu voll. Fotos von den Wachsfiguren machen konnte man nur schwer, meist war eine vorbeigehende Person im Bild oder hat sich just in dem Moment f├╝r ein Bild zu der Figur gesetzt/gestellt, als man auf den Aufl├Âser gedr├╝ckt hat. Es waren wirklich viele Touristen aus dem asiatischen Raum anwesend, die ganz ihrem Klischee entsprechend von jeder Figur gef├╝hlte zwanzig Bilder gemacht haben. Ich habe ├╝brigens nichts gegen Asiaten, nicht dass ihr das denkt, aber man sagt ihnen ja nach, sie w├╝rden alles fotografieren, was bei drei nicht auf dem Baum ist, wor├╝ber sich auch in Filmen auch h├Ąufig lustig gemacht wird. Und nach dem Londonbesuch kann ich das definitiv best├Ątigen, es waren tats├Ąchlich viele Asiaten dort, die fast alles fotografiert haben, darunter auch Werbeplakate oder irgendetwas im Nichts, wo ich dachte: H├Ą? Was fotografiert der denn da? Leitplanken oder so. :gruebel:


Von Raum zu Raum hat sich das Gedr├Ąnge dann zum Gl├╝ck etwas gebessert, es war nur der Eingangsbereich der ├╝berf├╝llt war. Von Sportlern, ├╝ber Politiker, Filmcharaktere, Musiker, wichtige Pers├Ânlichkeiten der Geschichte oder Mitgliedern der k├Âniglichen englischen Familie waren alle Figuren vertreten. Vanessa und ich haben Fotos mit Emma Watson, Tom Hardy, Steven Spielberg, Shrek, Katniss Everdeen, Lady Diana, diversen Star Wars Helden und der Royal Family gemacht. In dem Besuch inklusive war auch der Eintritt in ein 4D Kino, wo wir uns einen Kurzfilm von Marvel - The Avengers ansehen, bzw. in dem Fall sogar erleben durften, da uns je nach Szene Wind um die Ohren gepustet, Wasser entgegen gespr├╝ht oder vom Sitz in den R├╝cken geboxt wurde. Die Marvel-Filme kenne ich leider nicht, deshalb wusste ich nicht genau, was es damit auf sich hatte, aber das 4D Kino hat auf jeden Fall Spa├č gemacht. Von den Hauptfiguren kannte ich vom Namen her nur den Hulk und Spiderman. (Alle Marvel-Fans d├╝rfen mich jetzt mit B├╝chsen bewerfen.)


Anschlie├čend hat eine Erlebnisfahrt durch die Londoner Geschichte auf uns gewartet. Man steigt in eine Bahn ein, deren Waggons die Aufmachung von schwarzen Londoner Taxis haben, klappt den Sicherheitsb├╝gel um und los geht eine gem├Ąchliche Fahrt vorbei an mit Puppen geschaffenen Szenen zu den jeweiligen Ereignissen einer Epoche. Wenn ihr schon einmal im Phantasialand bei Br├╝hl/K├Âln gewesen seid und diese Mienenbahn besucht habt, dann wisst ihr, was ich meine. Filmen und Fotografieren war dabei strengstens verboten, w├Ąhrend der Fahrt durfte man allerdings einmal in eine bereitgestellte Kamera grinsen und sp├Ąter entscheiden, ob man das Foto kaufen m├Âchte. Haben wir nat├╝rlich gemacht, weil wir irgendwie ein bisschen deppert aussahen, aber auch breit gegrinst haben wie die Honigkuchenpferde. Ist eine sch├Âne Erinnerung f├╝r Zuhause. Nach der Fahrt war der Rundgang dann auch so ziemlich beendet, am Ende konnte man noch den Souvenirshop durchst├Âbern, in dem wir aber nichts gekauft haben.

Zur├╝ck im Hotel konnten wir endlich einchecken, undzwar in Zimmer 469. Mit Aufz├╝gen ging es in den vierten Stock, und in lange, schmale, wei├č gestrichene G├Ąnge, die mit den vielen alten T├╝ren tats├Ąchlich fast genau so aussahen wie die unter Deck liegenden G├Ąnge der damaligen Titanic. Der Teppich im Flur musste wohl auch aus einer fr├╝heren ├ära sein, denn der hat wirklich etwas muffig gerochen, das haben wir jedes mal bemerkt, sobald wir aus den Aufz├╝gen kamen. Neben einem kleinen Badezimmer gab es standardm├Ą├čig ein Doppelbett, einen Schreibtisch, einen Fernseher und zwei an der Wand angebrachte Nachttische. Hinter dem gro├čen Fenster war extra nochmal eine Art zweite Glaswand angebracht, was ich bis dato so auch noch nicht gesehen hatte. Vielleicht dienen die dazu, potenzielle Selbstm├Ârder davon abzuhalten, aus dem Fenster zu springen oder ganz sicher zu gehen, dass jeder das Rauchverbot beachtet und keine Chance hat, sich qualmend ans Fenster zu stellen, ich wei├č es nicht. ├ľffnen lie├čen sich auch nur zwei kleine Fenster rechts und links, die musste man nach au├čen dr├╝cken, um frische Luft einzulassen. Da unser Hotel direkt an einer gut befahrenen Kreuzung lag, hat man zwischendurch immer mal wieder jaulende Sirenen von Krankenwagen oder Polizeistreifen geh├Ârt. Nachdem wir uns eingerichtet und ausgeruht hatten, sind wir gegen Abend auf der Suche nach einem passenden Imbiss durch die Gegend geschlendert und haben schlie├člich in einer Pizzeria den Abend ausklingen lassen. Pizza Union hie├č sie ├╝brigens. Nach dem fr├╝hen Aufstehen, dem Flug und dem allgemein sehr ereignisreichen Tag sind wir sp├Ąter auch recht schnell eingeschlafen.

 


An Tag zwei haben wir zuerst in aller Ruhe bei Toast, R├╝hrei, Crossaint, Kaffee und Orangensaft gefr├╝hst├╝ckt, bevor wir uns zum zehn Minuten entfernten Bahnhof Kings Cross begeben, von wo aus wir mit der U-Bahn nach Cambridge gefahren sind. Dort sind wir bis Mittag durch ein belebtes Einkaufsviertel gebummelt, wo es allerlei interessante Gesch├Ąfte in diesen typischen ├Ąlteren Geb├Ąuden gab und wir auch zu Mittag gegessen haben.

 

Gegen Abend war eine Open Air Sightseeing Bus Tour geplant, die Zeit bis dahin haben wir uns zum Gro├čteil im Hyde Park (ein gro├čen Gr├╝nanlage) vertrieben, zuvor waren wir auch kurz im Hardrock Café, da Vanessa dort auf jeden Fall ein T-shirt kaufen wollte. Im Hydepark haben wir es uns auf den B├Ąnken gem├╝tlich gemacht und man konnte in der Ferne immer wieder Eichh├Ârnchen beobachten, die ├╝ber die Wiesen gehuscht sind. Die kleinen Tierchen sind richtig s├╝├č, die hatten kaum Angst vor Menschen und sind sogar ganz nah an uns herangekommen, sodass wir sie fotografieren konnten. Es sah so niedlich aus, wie das Eichh├Ârnchen immer wieder ein hingelegtes St├╝ck von meinem Fruchtriegel geknabbert hat. Ganz offensichtlich hat es ihm geschmeckt, jedenfalls hat es zufrieden vor sich hingem├╝mmelt.

Zu viel wollten wir dem Tierchen dann aber auch nicht geben, also sind wir weitergezogen, haben die Millenium Bridge passiert (├╝ber deren linker Seite sich leider eine Absperrung aufgrund von Bauarbeiten oder ├Ąhnlichem gezogen hat), Fotos von der Themse, der Londoner Skyline, der Saint Paul's Cathedral sowie einem Kriegerdenkmal gemacht und am Ufer des Flusses neben der Tate Gallery of Modern Art einem talentierten Stra├čenmusiker mit Gitarre gelauscht.


Um uns nach dem Lauf durch die Stadt etwas aufzuw├Ąrmen, haben wir uns bis zum Start der Bustour erneut in ein Starbucks Café gesetzt und hei├če Getr├Ąnke bestellt. Gegen 20 Uhr haben wir uns an der Haltestelle eingefunden, von wo aus die London bei Nacht Tour starten sollte. Da wir so ziemlich die ersten waren, haben wir uns direkt die hintersten Pl├Ątze in der oberen Etage des Busses gesichert, weil man von dort aus einen super Blick auf alles hatte und zur Not auch ├╝ber die Schulter hinweg nach hinten fotografieren konnte, falls man mal ein Motiv vergessen w├╝rde. Mit einer kleinen Versp├Ątung sind wir aufgebrochen und es war gut, das wir uns relativ warm angezogen hatten, denn die Temperatur war mittlerweile ganz ordentlich gesunken und die Luft etwas frostig. Auf einem erhaltenen Plan konnten wir genau verfolgen, wohin wir als n├Ąchstes fuhren und kaum sind wir gestartet, da hat sich die erste Dame auch schon nach unten in die w├Ąrmere Etage verzogen, weil es ihr an der freien Luft wohl doch zu kalt war. Stationsm├Ą├čig sind wir mit dem Bus und einem unterhaltsamen Tourguide, der uns allerhand informatives ├╝ber die Geb├Ąude zu berichten hatte, durch London gefahren. Zweimal sind wir dabei durch einen Tunnel gesaust und holla wurde man da in die Sitze gedr├╝ckt, als der Bus beschleunigt hat. Das hat sich angef├╝hlt wie auf einer Achterbahnfahrt und hat richtig Spa├č gemacht, auch wenn man w├Ąhrenddessen nach Luft schnappen wusste, da die Fahrtluft so stark war.


Vom Wellington Arch ging es zur Royal Albert Hall, dann zum Natural History Museum, zum Kaufhaus Harrods, zum Marble Arch, zur Westminster Abbey, zum Big Ben (den wir leider nicht sehen konnte, da er bis auf das Uhrwerk aufgrund von Instandhaltungsarbeiten komplett verh├╝llt war), zu den Houses of Parliament, vorbei am London Eye, den Royal Courts of Justice, der St. Paul's Cathedral, ├╝ber und unter der Tower Bridge hindurch, am Tower of London vorbei, zur Whitehall, zum Trafalgar Square und schlie├člich zum Piccadilly Circus. Der letzte Halt w├Ąre eigentlich der Buckingham Palace gewesen, der war auch extra angek├╝ndigt worden, aber wir sind dort nicht vorbeigefahren. Ich wei├č nicht wieso, ob es an der Versp├Ąteten Abfahrt lag und hinterher keine Zeit mehr blieb? Das fand ich schon sehr schade, denn den h├Ątte ich wirklich gerne live gesehen. Es war aber auch so sehr sch├Ân und sehr unterhaltsam. Vor allem der Asiate, der auf dem Sitz vor uns sa├č und wieder alles geknippst hat, was ihm vor die Linse kam.

W├Ąhrend der Fahrt waren immer mehr Leute von der oberen Etage in die Untere verschwunden, weil es ihnen doch zu zugig wurde. Wir sind bis zum Ende oben sitzen geblieben und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vanessa hat geknippst, was das Zeug hielt, ich habe nur ein paar Videos gemacht, weil ich zu faul war, meine gute Nikon vorher einzustellen und ich zugebenerma├čen auch keine Lust hatte, mich mit Belichtungstechniken und verschiedenen Modi f├╝r Nachtfotografien zu besch├Ąftigen. Meine Ergebnisse waren immer zu dunkle oder halb verwackelte Aufnahmen und w├Ąhrend der Fahrt war es auch schwer, zu fotografieren, deshalb habe ich das nach einer Weile komplett Vanessa ├╝berlassen.


Durchgefroren aber gl├╝cklich ging es dann mit der U-Bahn zur├╝ck nach Kings Cross und ins Hotel, ein unterwegs gekauftes Sandwich hat als Abendessen hergehalten.
 


Tag drei der Reise haben wir vollst├Ąndig in der Warner Brothers Studio Tour verbracht, den seperaten Bericht dazu k├Ânnt ihr euch hier (Link wird noch eingef├╝gt, sobald der Bericht online ist) durchlesen, falls ihr Interesse habt.

An Tag 4 waren wir leider gelinde gesagt total im Eimer. Ersch├Âpft von der Reise. Obwohl es nur drei Tage waren, haben wir so viel erlebt und sind so weit gelaufen, dass wir m├╝de und ├Ąu├čerst umotiviert waren. F├╝r den letzten Tag hatten wir den Besuch des Camden Market eingeplant, einem gro├čen Einkaufsviertel aus sechs benachbarten Marktbereichen. Dort gibt es so ziemlich alles was das Herz begehrt - Kleidung, verschiedenste Speisen und Getr├Ąnke, St├Ąnde mit au├čergew├Âhnlichem und handgemachtem Schmuck, Accessoires bis zum Abwinken, Merchandise und nat├╝rlich Souvenirs. Bei den Klamotten-H├Ąndlern habe ich doch glatt mein ganzes restliches Geld verprasst. Siebzig Pfund habe ich f├╝r einen wirklich sch├Ânen grauen Mantel mit figurbetontem Schnitt im englischen Stil ausgegeben, den ich mir ohnehin kaufen wollte und f├╝nfundzwanzig Pfund habe ich noch f├╝r eine andere Jacke rausgehauen. Ich war ganz ├╝berrascht, als auf einmal mein ganzes Portemonaite leer war. Ich dachte, ich h├Ątte noch mehr Geld gehabt, aber das war es dann. Nur noch kl├Ągliche vier Pfund waren ├╝brig, wovon ich mir gerade noch so etwas zu Essen kaufen konnte. Die habe ich dann ├╝berfl├╝ssigerweise in ungew├╝rzte Pommes investiert, weil ich nicht wusste, dass man sich die in England offenbar selbst mit bereitgestellten Salzstreuern w├╝rzen muss. Tja, weg war das Geld und damit auch die M├Âglichkeit, noch etwas zu kaufen. So konnte ich dann nur noch Vanessa folgen, die sich an einem der Schmuckst├Ąnde in einem Geb├Ąude eine sehr h├╝bsche Kette gekauft hat. Menno, h├Ątte ich mal besser mehr Geld dabei gehabt oder wahlweise eine Kreditkarte. Mit der normalen Bankkarte konnte man n├Ąmlich kein Geld abheben, kein Automat wollte sie annehmen, nichtmal der im Hotel.



Da es ohnehin geregnet und wir dadurch relativ schnell durchn├Ąsst waren, sind wir kurz darauf schon wieder zur├╝ck zum Hotel gefahren, wo wir schlicht herumgefaulenzt haben. Eigentlich h├Ątten wir gerne noch etwas unternommen, aber da wir beide ersch├Âpft waren, in meinem Fall kein Geld mehr ├╝brig war und wir die letzten verbliebenen f├╝nf Pfund auf der Oystercard dringend f├╝r die R├╝ckreise zum Flughafen brauchten, konnten wir nicht einmal mehr irgendwo hinfahren. Um wenigstens noch irgendetwas zu unternehmen, sind wir gegen Nachmittag nochmal zum Harry Potter Shop am Bahnhof Kings Cross spaziert, wo Vanessa dann auch ihr restliches Geld noch sinnvoll in Merchandise investiert hat. Sie hat sich n├Ąmlich das Gegenst├╝ck zu meinem gekauften Zauberstab - den von Fred Weasley geholt. Bei dem hatte ich schon ├╝berlegt, ihn mitzunehmen, aber ich bin froh, dass Vanessa ihn nun gekauft hat. Urspr├╝nglich waren wir noch einmal zu dem Shop gegangen, weil Vanessa gerne einen fliegenden Schnatz haben wollte, die wir bei den vorherigen Besuchen gesehen hatten, aber genau die gab es ausgerechnet an dem Tag nicht mehr.


Aaaach und ich h├Âre gerade von Vanessa, dass sie sich den Zauberstab doch schon bei der Studio Tag gekauft hat. Seht ihr, da hat meine R├╝be wieder etwas durcheinander geworfen. Sie hat sich am letzten Tag die Noble Collections Figur des Basilisken, ein T-shirt mit dem Motiv der Karte des Rumtreibers und einen Schl├╝sselanh├Ąnger gekauft. Gut, dass ich sie w├Ąhrend des Schreibens zwischendurch nochmal frage, wie das denn nun gewesen ist. Bl├Âdes Gehirn. Zum Abschluss waren wir noch einmal gem├╝tlich Kaffeetrinken bei unserem mittlerweile zum Café der ersten Wahl gewordenem Starbucks. Dort habe ich dann wie oben berichtet den Frappucino und einen ├Ąu├čerst delizi├Âsen Schokomuffin probiert! Das Rezept davon h├Ątte ich auch mal gern. Zahlen musste dann nat├╝rlich Vanessa mit ihren letzten M├╝nzen, da ich ja blank war *h├╝stel* Wenn wir das n├Ąchste Mal in Deutschland zu Starbucks oder in ein anderes Café gehen, muss ich ihr dringend etwas ausgeben.

Das war es dann auch vom letzten Tag, wir haben nur schonmal soweit die Koffer gepackt und sind fr├╝h zu Bett gegangen, da wir am n├Ąchsten Morgen vor der Abreise fr├╝h beim Fr├╝hst├╝ck aufschlagen mussten. Oh es gab ├╝brigens ein tolles Ger├Ąt, von dem ich noch gar nicht berichtet habe: Einen Toast-Automaten! Den habe ich hier in Deutschland noch nie gesehen. Man legt seine Toastscheibe oben in den Automaten hinein, es l├Ąuft auf einem Band an den Heizst├Ąben im Innern vorbei und kommt fertig ger├Âstet unten wieder raus. Spektakul├Ąr!

An einem Morgen hat es einmal recht verbrannt im Speisebereich gerochen, da irgendjemand auf die Idee kam, sein Crossaint darin aufzuw├Ąrmen, wof├╝r das Ger├Ąt aber nicht ausgelegt war. Auf einem kleinen Hinweisschild an der Wand stand auch extra, man solle sich melden, wenn man sein Crossaint warm genie├čen m├Âchte, das hat der Verantwortliche wohl ├╝bersehen. Sein Crossaint kam verkokelt wieder raus. :grin:


Nach der letzten Mahlzeit sind wir zur├╝ck auf das Zimmer gegangen, haben uns fertig gemacht, alles zusammengepackt, beim Auschecken einen an der Rezeption geborgten F├Âhn abgegeben und sind mitsamt der Koffer Richtung Kings Cross marschiert. Der Mann an der Rezeption war sehr erfreut, dass wir doch tats├Ąchlich den F├Âhn wieder abgegeben haben, anscheinend werden dort des ├Âfteren geliehene Ger├Ąte einfach mit nach Hause genommen.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erz├Ąhlen, wir sind mit der U-Bahn zum Flughafen gefahren, gegen 14.00 Uhr in Deutschland gelandet und nachdem Vanessas Vater uns abgeholt hat, um 17.00 Uhr Zuhause angekommen. Am Flughafen in D├╝sseldorf hat uns auf dem Parkplatz noch ein Mann angesprochen, ob wir Deutsch sprechen w├╝rden. Er war erleichtert, als Vanessas Vater bejaht hatte und hat erkl├Ąrt, dass er vor kurzem operiert wurde, die dazugeh├Ârige Narbe am Handgelenk aufgerissen sei und er niemanden seiner Angeh├Ârigen erreichen k├Ânne. Er brauchte neun Euro (f├╝r die Fahrt nach Hause glaube ich), wovon wir sechs oder sieben noch so eben zusammenkratzen konnten. Die Wunde sah echt nicht so gut aus, sie hat geblutet, ich hoffe, er hat es noch nach Hause geschafft.


Im trauten Heim habe ich noch den Koffer ausgepackt, zu mehr war ich dann nicht mehr f├Ąhig, weil die zwei Reisetabletten mich f├Ârmlich ausgeknockt haben. Zum Gl├╝ck hat mein Chef mir f├╝r den darauffolgenden Tag noch frei gegeben, sodass ich mich erstmal erholen konnte, am Samstag war ich dann wieder arbeiten.


Fazit: London ist eine tolle Stadt, sehr belebt, es ist immer was los, man sieht die verschiedensten Leute, sch├Âne Geb├Ąude und es gibt sehr viel zu erkunden. In vier Tagen ist das alles unm├Âglich zu schaffen, aber immerhin haben wir einen kleinen Einblick gewonnen. Der Urlaub und das ├╝berwinden der Angst vor dem Fliegen haben sich mehr als gelohnt und das Highlight der Reise war mit Abstand die Warner Brothers Studio Tour. Mein Bruder hat ├╝brigens direkt neugierig die T├╝te mit den ganzen gekauften Sachen unter die Lupe genommen und mit dem Zauberstab herumgefuchtelt. Ich hoffe, der n├Ąchste Urlaub l├Ąsst nicht allzu lang auf sich warten und wer wei├č, vielleicht traue ich mich ja doch nochmal in ein Flugzeug. :)

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