Anfangs war ich nicht sicher, ob ich einen Bericht schreiben sollte, weil ich bisher immer zu faul dazu war und es vor mir hergeschoben hatte, aber heute habe ich mich endlich mal dazu durchgerungen. Bisher hat jede größere Veranstaltung, auf der ich gewesen bin, einen eigenen Bericht bekommen, also bekommt die Elfia auch einen, allein der Vollständigkeit wegen. Und natürlich wegen der vielen Erinnerungen, die ich besser schnell irgendwo aufschreibe, bevor ich sie mit der Zeit vergesse. Hier ist er also, der Bericht zur Elf Fantasy Fair 2016.

Die Veranstaltung fand am 23. und 24. April in der Kastel de Haar/Haarzuliens/Niederlande statt und war eine Art Mittelalter- und Fantasyspektakel. Die liebe Jana und ich haben uns übers Internet ein Wochenendticket gekauft, dass man nichtmal ausdrucken musste, sondern vor Ort einfach mit dem Handy vorzeigen konnte. Der Barcode wurde gescannt und schon konnte man ohne Probleme das Gelände betreten, so spart man sich gleich nebenbei auch eine Menge Papierkram. Übernachtet haben wir im Hotel Oorsprongpark, das ca. eine halbe Stunde von Haarzuliens entfernt liegt.

Am Freitagmittag kam Jana per Zug und S-Bahn am Bahnhof in Remscheid an, von wo aus sie ich abgeholt habe und wir zu mir nach Hause gefahren sind. Am Samstagmorgen sind wir schon ganz früh aufgebrochen, um in keinen Stau zu geraten und unser Plan ist glücklicherweise aufgegangen. Die Autobahn war wirklich fast leer, wir konnten bis zur Holländischen Grenze mit 180 Sachen durchbrettern. Um 5 Uhr hat unser Wecker geklingelt, wir haben uns fertig gemacht, letzte Kleinigkeiten zusammengesucht und sind Richtung Holland aufgebrochen. Ich muss zugeben am Anfang war mir schon ein wenig seltsam zumute, da ich zuvor außerhalb der Fahrstunden noch nie über die Autobahnen gefahren bin, aber jetzt weiß ich gar nicht, warum ich mir da überhaupt 'nen Kopf drüber gemacht habe. Sobald wir im Auto saßen, war jegliche kleine Rest-Angst sofort verflogen, auf der Autobahn habe ich sofort Gas gegeben, obwohl ich gedacht hatte, höchstens 120 oder 130 zu fahren. Von wegen. Gas geben macht Spaß, besonders auf der Bahn, also haben wir das auch gemacht, der kaum vorhandene Verkehr hat uns dabei natürlich hervorragend in die Karten gespielt.

Ganz ohne Zwischenfall haben wir die Autobahn allerdings nicht erreicht, wir waren etwa 15min unterwegs und noch nichtmal aus meiner Heimatstadt raus, da hat es plötzlich ordentlich geknallt. Wir sind mit Tempo 80 geradewegs in ein Reh hineingesaust, Teile sind durch die Gegend gewirbelt, ein Ruck ging durch´s Auto und ich bin auf die Bremse gegangen. Wir haben uns ziemlich erschrocken, erst einmal angehalten und den Puls wieder runterkommen lassen. Kurz vor Ortseingang auf einer Landstraße nahe einem Flugplatz. Zuerst hatte ich angenommen, die vielen harten Teile, die durch die Luft geflogen sind, wären vom Geweih des Rehs, aber es waren schwarze Kunsstoffstücke vom Kühlergrill des Autos. Alles lag hübsch über der Straße verstreut, an der Verkleidung haben überall Fellreste geklebt, die der Regen später abgewaschen hat. Die Frage, ob das Reh überlebt hat, hat sich nicht gestellt, wir haben es mit 80km/h getroffen und es sogar überfahren, das war nämlich der zweite Ruck, der durch´s Auto ging. Wir sind ausgestiegen, haben überlegt, was wir machen und sind dann zu dem Schluss gekommen, weiterzufahren. Eigentlich hätten wir die Polizei oder einen Jäger verständigen müssen, aber daran haben wir nicht gedacht, wir waren noch viel zu aufgeregt. Ehrlich gesagt wollte ich auch nicht nachsehen, wo genau das Tier hinter uns lag, es war jedenfalls nicht mehr in Sichtweite, da der Bremsweg ziemlich lang war. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie es nach der Kollision mit dem Fahrzeug ausgesehen haben muss, sowas will man nicht vor Augen haben und Umkehren war auch keine Option, also sind wir eingestiegen und weitergefahren. Wir haben uns so auf das Wochenende gefreut, da konnten wir das nicht einfach sausen lassen nur wegen einem Rehunfall. Sicher tut es einem Leid, aber ändern kann man daran ohnehin nichts mehr. Wenigstens musste es nicht Leiden und war sofort tot, viel schlimmer wäre es gewesen, wenn es noch am Leben gewesen wäre. Sowas ist meinem Bruder erst drei Tage vorher passiert, aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht nochmal im Blog erzähle. (Deshalb war das Auto übrigens schon vorher leicht demoliert, aus der Lampenschale war ein Stück herausgebrochen.)

Mich hat geärgert, dass das Auto nun beschädigt ist, vor allem weil es meinem Bruder gehört, aber da das Ganze viel viel schlimmer hätte enden können, ist das wohl Jammern auf hohem Niveau. Ich denke, dass wir großes Glück hatten, denn das Reh hätte in die Windschutzscheibe krachen können und was dann passiert wäre, mag ich mir lieber nicht vorstellen. Ich hatte das Reh zwar gesehen, bevor ich auf die Bremse getreten bin, aber es war nur im Bruchteil einer Sekunde. Ich konnte auch gar nichts machen, bevor ich reagiert habe, hatten wir es schon überfahren. Man sieht das Tier, es kommt langsam näher, dann scheint die Zeit plötzlich still zu stehen und im nächsten Moment ist es geschehen. Bisher kannte ich das nur aus Filmen, wenn man das selbst erlebt, fühlt sich das merkwürdig an. Man ist wie gelähmt. Nun denn. Jedenfalls sind wir weitergefahren, haben besonders auf Wildwelchsel-Schilder geachtet und auch ab und zu ein Späßchen gerissen nach dem Motto: Pass auf, gleich springt wieder ein Reh über die Straße. Spätestens auf der Autobahn hatten wir dann aber andere Sorgen und das Reh war vergessen. Die Augen und Ohren waren nur noch auf das Navi gerichtet, das Radio konnte man bei konstanten 180km/h eh kaum noch hören, so laut war es im Auto. (Es war übrigens ein Skoda Fabia, nicht dass jemand denkt, wir hätten meinen kleinen alten Twingo mit 180 Sachen über die Autobahn getrieben. Das hätte der arme Kerl niemals geschafft .:breitgrinsend:)

Die restliche Fahrt verlief relativ ereignislos, bis auf das Eintreffen in Holland, als wir beide eine SMS bekamen, dass wir Deutschland nun verlassen hätten und uns im Ausland befinden. Einen großen Grenzübergang mit Zoll, wie ich mir das vorgestellt hatte, gab es überhaupt nicht, irgendwann tauchte bloß recht unspektakülär ein Schild mit "Willkommen in den Niederlanden" am Straßenrand auf. Hatte das mit den offenen Grenzen und der EU ganz vergessen. In Holland waren dann höchstens 130km/h erlaubt, weshalb sich das letzte Stück noch ein wenig gezogen hat, aber schließlich kamen wir dann überpünktlich am Hotel an. Dort konnten wir leider noch nicht einchecken, Check-In war erst ab 11 Uhr und es war gerademal 8.20 Uhr. Mist. Auf´s Klo hätten wir auchmal gemusst, aber gut, wir haben im Auto gewartet, unseren Eltern Nachrichten geschickt, dass wir gut angekommen sind und uns dann entschieden, schon zur Elfia zu fahren. Dort war nämlich schon um 10 Uhr Einlass, mit der halben Stunde Zusatzfahrt waren wir um 9.30 Uhr dort, wurden von zwei freundlichen Herren auf den Parkplatz gewunken (-eine große Wiese- ) und haben uns auf den Weg zum Veranstaltungsgelände gemacht. Das blöde war jetzt, dass wir durch das fehlende Hotelzimmer keine Gelegenheit hatten uns umzuziehen, aber was will man machen, gell? Wir sind also in den Klamotten hingegangen, mit denen wir angereist sind, Gott sei Dank habe ich auf die Jogginghose verzichtet gehabt, sonst wäre das peinlich geworden. Rock, Strumpfhose, Assi-Tshirt und Schlabber-Sweatshirtjacke. Läuft. :ugly:

 


Sobald wir die Tickets gezeigt haben und das Burggelände betreten durften, wurden wir erstmal von der überwältigenden Burg umgehauen. Zumindest nennt Wikipedia es eine Burg, ich würde es eigentlich schon als Schloss bezeichnen unzwar eines vom feinsten. Das meistgebrauchte Wort beim Ankommen war "geil" und es gibt kaum etwas, was es besser hätte beschreiben können. Das Gelände war bzw. ist wunderschön, es wirkt wie aus dem Bilderbuch. Gärten mit Kieswegen, die sich über den gepflegten Rasen schlängeln, Einbuchtungen mit Bäumen, in denen man super für Fotos posieren kann, kleine Holzbrücken, die über Wasser hinwegführen, Burggräben mit Torbögen und junge Triebe, die jetzt im Frühling gerade zu blühen beginnen. Eine Kulisse, wie gemacht für Filme oder eben ein Mittelalterspektakel. Rundherum befanden sich etliche Stände mit Schmuck, Fantasyfiguren, Kristalle, Mineralien, Fellen, Merchandise, Schwertern, Handgearbeitetes und Filigranes, Bücher, Steampunkgewandungen, Kräuter und Gewürze, Wikingerhörnern, Alchemie-Bedarf und Cosplay-Artikel. Mit Sicherheit gab es noch mehr, es war zu viel, um hier alles aufzuzählen und die ganzen Eindrücke waren immens, das muss ich in meinem kleinen Tita-Hirn erstmal alles sortieren. Fressbuden gab es natürlich auch, als da wären Stockbrot mit Paprika- oder Schokoladengeschmack, Bratwürste, Rippchen, Brot oder Naschereien wie kleine Küchlein oder Muffins. Nichts mit Curry Pommes, Döner oder Nordsee. Authentisches Essen mit mittelalterlichem Flair. Hat mir sehr gut gefallen! Einen Ausschank gab es auch, dafür hielt ein Piratenschiff mit Skellettbesatzung her.

Generell muss man sagen, dass alles dort mit viel Liebe zum Detail gemacht war, schon bei Beginn der Veranstaltung wurden ohrenbetäubende Kanonenschüsse abgefeuert, bis es im ganzen Umkreis nach Schießpulver gerochen hat. Kostümierte Besucher gab es massenweise, die unterschiedlichsten Kreaturen haben unseren Weg gekreuzt. In Ketten gelegte Werwölfe, Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg, Feen, Elfen, Orks, Kobolde, Zauberer, Wikinger, Piraten, Faune, Aliens, Spartaner, Steampunkbegeisterte, Star Wars-Gewandete, Assasine, Ritter und selbsterdachte Drachenwesen bishin zu Outfits aus dem Anime- und Mangabereich oder Davy Jones persönlich. Von A bis Z ist dort alles zu finden, mal fährt jemand mit E.T. im Fahrradkorb vorbei, mal muss man jemandem vom SWAT-Einsatzteam ausweichen und mal einen Bogen um extraweite Reifröcke schlagen. Ihr seht an Vielfalt mangelt es nicht, dementsprechend viele Fotografen sind auch auf dem Gelände, um möglichst viele Kreaturen vor die Linse zu bekommen.

Als Kristall- und Mineralienjunkie konnte ich an keinem der Verkaufsstände vorbeigehen und habe mir direkt mal zwei Tüten voll Steinkram mitgenommen, die liebe Jana hat mir dankenswerterweise beim Tragen geholfen. Am besten stelle ich euch mal einige Bilder der Ausbeute unter dem Bericht rein, es waren nicht nur Kristalle, sondern auch andere hübsche Dinge wie z.B. ein Gemälde, ein Parfümflakon oder ein Buch. Zum Mittag gab es für uns Stockbrot mit Paprika und Bratwurst mit Brot und da fing es dann auch an zu regnen. Zwischendurch kamen immer mal wieder vereinzelte Schauer, aber das hat eigentlich niemanden von den Besuchern gestört, die Meisten haben sich unter Zeltplanen gestellt und den Regen abgewartet. Da fällt mir ein, dass Jana schon direkt zu Anfang ein kleines Malheur mit diesen Planen hatte. Wir haben uns gerade einen Stand mit Schmuck angesehen, als es ein wenig vom Zeltdach runtergetröpfelt hat. Oben in der Plane hatte sich Regenwasser angesammelt und ehe man sich´s versah, ist plötzlich alles über die Kante geschwappt. Die arme Jana hat die volle Ladung abbekommen, ich stand unter dem Zeltdach und bin trocken geblieben, aber sie stand genau an der Kante. Ist zwar nur Wasser, doch ich kann mir gut vorstellen, dass das ein bisschen kalt war und nasse Klamotten sind eh eklig. Nuja, die Sonne hat es getrocknet, wir sind unbeirrt weitergezogen. Ich glaube es war gegen 14.30 Uhr oder 15 Uhr, als wir das ganze Gelände einmal umkreist und jeden Stand beäugt hatten. Zwischendurch haben wir noch einen netten Pirat nach einem Foto gefragt, es kam heraus, das er auch ein Deutscher ist und wir haben noch ein paar Worte gewechselt. Auch eine Gruppe von Trommlern sind wir über den Weg gelaufen, um sie herum hatte sich schon eine Traube von Menschen gebildet und sie waren von Weitem zu hören. Sie heißen Segura und haben einfach grandios geklungen, ein Video habe ich auch gedreht und sie waren so laut, dass man sie bis zu den Parkplätzen hören konnte. Der Link zu ihrer Website ist dieser hier.

 


Da es schon den ganzen Tag über ziemlich kühl war, haben wir danach beschlossen, zu gehen, da wir ohnehin langsam im Hotel einchecken mussten. Außerdem blieb uns ja noch der nächste Tag, um noch eine Runde zu drehen, also sind wir zurück zum Auto gegangen. Auf dem Weg zur Ausfahrt der Wiese wurden wir angehalten und nach unserem Parkschein gefragt, wo uns unangenehm aufgefallen ist, dass wir gar keinen hatten. Wir hatten geahnt, einen kaufen zu müssen, haben hinterher aber gar nicht mehr daran gedacht, deshalb haben wir ziemlich doof aus der Wäsche geguckt. Zum Glück war das allerdings gar kein Problem, wir haben dem älteren Herrn unseren Fauxpass auf Englisch erklärt und er hat sofort verstanden und uns stattdessen nach Bargeld gefragt. Fünf Euro hat das Parken gekostet, leider hatten wir nur einen Zehn-Euro-Schein, weshalb der arme Kerl nochmal zurück zu seinem Häusschen laufen musste, um ihn zu wechseln. Nach einem Abschiedsgruß durften wir dann auf die Straße biegen, ich denke, er hat schon am Nummernschild gesehen, dass wir nicht aus Holland waren und deshalb auch Verständnis gehabt. Wobei ich sagen muss, dass die Holländer generell freundliche und zuvorkommende Menschen sind, zumindest war das mein Eindruck :grin:.

Am Hotel angekommen, haben wir uns einen versteckt gelegenen Parkplatz an einer Kirche gesucht, um keine fünf Euro Parkgebühren zahlen zu müssen. Hrhrhr. Das hatte den Nachteil, dass wir die schweren Koffer durch die ganze Straße ziehen mussten, aber so haben wir Geld gespart. Vielleicht wären die Koffer auch nicht ganz so schwer gewesen, wenn wir den Weg zum Hotel direkt beim ersten Mal gefunden hätten, wir sind aber leider in eine falsche Straße eingebogen und haben einen Umweg gemacht, bis das Handynavi uns wieder richtig geleitet hat. *Hüstel* Soll passieren, fremde Stadt und so. Und vielleicht wären die Koffer auch nicht so schwer gewesen, wenn ich weniger reingepackt hätte... *hüstel* Die arme Jana hatte nämlich nur einen Rucksack dabei und hat netterweise meinen zweiten Koffer noch bis zum Hotel geschleppt. Hätte ich von vornerein gewusst, dass ich die Elbenrüstung gar nicht anziehe, wäre es nur ein Koffer geworden, aber gut, steckt man nicht immer hinter. Für´s nächste Mal weiß ich Bescheid. Die schweren Koffer haben wir die Treppe zum Hotel hochgewuchtet, nur um dann zu erfahren, dass unser Zimmer im Gebäude nebenan liegt und wir dort mit einem Schlüssel aufschließen müssen. Also gut - Koffer wieder auf die Straße geschleppt, zur Tür nebenan gezogen, aufgeschlossen, eingetreten und mit einem "ernsthaft?"-Blick aufgestöhnt. Unser Zimmer lag im ersten Stock und statt einen Aufzug gab es? Richtig. Eine Treppe. Dazu noch eine, die einen Bogen macht, bevor sie oben endet.

Nachdem wir es dann endlich geschafft hatten, die zwei Koffer, den Köcher und den Bogen nach oben zu schaffen, wurde erstmal das Zimmer begutachtet. Solide ausgestattet, Miniatur-Kleiderschrank, Doppelbett, Sessel, Fernseher und ein kleiner Balkon. Hat uns sofort sehr zugesagt, es war klein aber fein. So und jetzt achtet aber mal auf die Badezimmertür. Sie ist nicht ganz geschlossen, unten wurde aus welchen Gründen auch immer ein Spalt gelassen und das war natürlich hervorragend, weil man jedes - und damit meine ich wirklich jedes(!)- Geräusch aus dem Badezimmer hören konnte. Muss ich da jetzt näher drauf eingehen? Ich denke nicht. *Räusper*. Jaja, wunderhübsch jedenfalls. Was will man machen. Hier mal ein paar Bilder vom Zimmer, Jana habe ich vorsichtshalber mal verpixelt, weil ich nicht wusste, ob ihr das recht ist, wenn man sie sieht.

   

 



Gebucht war das Zimmer nur für eine Nacht, da wir am Sonntag nach der Veranstaltung schon direkt nach Hause fahren wollten. Den restlichen Nachmittag über lagen wir auf den Betten, haben gequatscht, Brownies und Stullen gefuttert und dann wurde es auch schon dunkel. Da wir am nächsten Morgen früh raus mussten, sind wir auch früh ins Bett gegangen. Schlafen konnte ich leider erst ab 3 Uhr Morgens, weil sich irgendwelche doofen Hotelgäste dazu entschieden hatten, erst um 1 Uhr heimzukommen, die Treppen hoch und runter zu poltern und anderen Krach machen zu müssen. Sie waren im Zimmer über uns, dank der dünnen Wände konnte man alles hören.


Um 7 Uhr sind wir Morgens ins Hauptgebäude zum Frühstück gegangen. Wir haben uns erst gewundert, weil kein Personal zu finden war, nur das Radio hat aus einer Ecke leise Musik gespielt. Das Frühstück war jedenfalls aufgebaut, also haben wir uns trotzdem einen versteckten Platz am Fenster mit Ausblick auf einen kleinen Kanal und Grünanlagen gesucht und unsere Teller beladen. Ab und an schwammen auch zwei Enten auf dem Wasser vorbei und eine Taube ist vor dem Fenster gelandet, hat sich einen dünnen Zweig mitgenommen und ist damit auf´s Dach geflogen. Sah schon ganz drollig aus.

Kurze Zeit später kamen dann auch andere Hotelgäste zum Frühstück und als wir fertig waren, sind wir zurück auf unser Zimmer gegangen, um uns fertig zu machen. Bzw. Jana hat gewartet und ich habe mich fertig gemacht, denn dafür brauche ich immer Stunden. Make-Up in die Visage klatschen, was eh nicht viel bewirkt, Haare unter ein Perückennetz stopfen, Elbenöhrchen ankleben, nochmal nachkleben weil der Mastixkleber noch nicht zäh genug war, sich ins Oberteil zwängen, von Jana ins Korsett einschnüren lassen und zuletzt die Perücke aufziehen und flechten. Bis ich dann mal endlich fertig war, war es 9 Uhr, wir konnten die Koffer wieder die Treppen runterwuchten, auschecken, zum Auto laufen und losfahren.

Am Parkplatz von Kastel de Haar angekommen, habe ich dann den Schuppenrock angezogen, ihn von Jana mit gefühlten fünfzig Sicherheitsnadeln spicken lassen und wir konnten wieder auf´s Burggelände. Wir haben wieder ein paar Stände unter die Lupe genommen, bemerkt, dass wir am Tag zuvor doch noch nicht überall gewesen waren und haben einige Fotos von mir im Kostüm gemacht. Als ich zum Posieren dastand, kamen plötzlich Fotografen angelaufen und wollten auch Fotos haben. Erst war ich leicht überrumpelt und unsicher, aber dann ging es hinterher immer besser, weil man sich daran gewöhnt hat. Die Sicherheitsnadeln haben nicht viel genützt, denn meine Leggins mit den supersexy Fleecesocken und den vollgesifften Stoffschuhen haben an den Seiten leider doch herausgeschaut. Sah etwas merkwürdig aus. Auf den Bildern ließ es sich ganz gut verstecken, für´s nächste Mal muss ich mir aber etwas ausdenken, vielleicht ein Klettverschluss oder ähnliches.

 

 

Da es am Sonntag häufiger geregnet hat und uns nachher ziemlich kalt geworden sind, haben wir uns gegen 14 Uhr schließlich auf den Heimweg gemacht. Wir waren total durchgefroren und froh, als wir in das warme Auto steigen konnten. Bevor wir losgefahren sind, habe ich mich noch schnell des Kostüms entledigt, die Perücke vom Kopf gezogen, die Elbenöhrchen von den Ohren gezupft und dann konnte es losgehen. Knappe drei Stunden Autobahn, ehrlich gesagt habe ich mich richtig gefreut, wieder fahren zu dürfen, Autobahnen machen Spaß. Ein freundlicher junger Mann hat uns sogar beim Ausparken geholfen, da es zwischen dem Hintermann und unserem Skoda sehr eng wurde. Nette Holländer sind nett. :breitgrinsend:

Auf dem Rückweg war diesmal viel Verkehr, deshalb haben wir etwas länger zur Grenze gebraucht, aber ab dort ging es dann wieder wie gewohnt mit 180km/h weiter. Autos, die auf der linken Spur waren und für meinen Geschmack zu langsam waren, sind freundlicherweise wieder sofort nach rechts gezogen und haben uns Platz gemacht. Spätestens, als ich so nah aufgefahren bin, dass wir sie fast hätten schieben können. *Hüstel* Jaja ich weiß schon. Verkehrsrowdy. Aber wir wollten ja fix nach Hause. So. Im Nachhinein betrachtet müssen wir eigentlich irre gewesen sein, mit dem Wagen so schnell über die Bahn zu brettern, denn es war bis dato noch gar nicht klar, ob nach dem Rehunfall nicht doch etwas beschädigt war. Der Unterboden zum Beispiel. Im Kühlergrill haben zudem Plastiksplitter gesteckt, auf die ich gar nicht geachtet hatte und mein Bruder meint, der Auspuff wäre lauter als gewöhnlich. Letzteres ist mir auch aufgefallen, sobald ich allein im Auto nach Hause gefahren bin. Jedenfalls wird es nun repariert, für die Unfallschäden komme natürlich ich auf, für die vorher schon laputte Lampenschale mein Bruder.

Zwischendurch haben wir auf der Autobahn übrigens einmal die falsche Ausfahrt genommen, weil uns das Navi abgeschmiert ist und dann ja... dann war es auch schon wieder vorbei das Wochenende. Ich habe Jana zum Bahnhof gefahren und es ging ab nach Hause. Wir waren nur zwei Tage weg, aber es hat sich sowas von gelohnt! Es war ein superschönes Wochenende und das wird definitiv nicht die letzte Elfia gewesen sein. Im September ist nochmal eine und mein Bruder mag auch mal gern dorthin. Über die Holländer und Holland kann ich auch nur gutes sagen, es ist total schön dort, nur eines habe ich nicht verstanden und werde es vermutlich auch nie verstehen. Was zum Geier haben die mit ihren Kreisverkehren?! Das, was bei denen als Kreisverkehr bezeichnet wird, würde hier in Deutschland niemals als solcher durchgehen. Das heißt bei uns halb rechts abbiegen oder eine Schleife fahren. Je nachdem. Oh und Holländer wechseln oft die Fahrspur ohne zu Blinken. Verkehrssünder.

Jetzt ist glaube ich alles gesagt und deshalb schließe ich an dieser Stelle. Bis zum nächsten Bericht!

 

Ein paar Sachen der Ausbeute:

 

 

 

 

 

 

                                                                        

 

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