Anfangs war ich nicht sicher, ob ich einen Bericht schreiben sollte, weil ich bisher immer zu faul dazu war und es vor mir hergeschoben hatte, aber heute habe ich mich endlich mal dazu durchgerungen. Bisher hat jede gr├Â├čere Veranstaltung, auf der ich gewesen bin, einen eigenen Bericht bekommen, also bekommt die Elfia auch einen, allein der Vollst├Ąndigkeit wegen. Und nat├╝rlich wegen der vielen Erinnerungen, die ich besser schnell irgendwo aufschreibe, bevor ich sie mit der Zeit vergesse. Hier ist er also, der Bericht zur Elf Fantasy Fair 2016.

Die Veranstaltung fand am 23. und 24. April in der Kastel de Haar/Haarzuliens/Niederlande statt und war eine Art Mittelalter- und Fantasyspektakel. Die liebe Jana und ich haben uns ├╝bers Internet ein Wochenendticket gekauft, dass man nichtmal ausdrucken musste, sondern vor Ort einfach mit dem Handy vorzeigen konnte. Der Barcode wurde gescannt und schon konnte man ohne Probleme das Gel├Ąnde betreten, so spart man sich gleich nebenbei auch eine Menge Papierkram. ├ťbernachtet haben wir im Hotel Oorsprongpark, das ca. eine halbe Stunde von Haarzuliens entfernt liegt.

Am Freitagmittag kam Jana per Zug und S-Bahn am Bahnhof in Remscheid an, von wo aus sie ich abgeholt habe und wir zu mir nach Hause gefahren sind. Am Samstagmorgen sind wir schon ganz fr├╝h aufgebrochen, um in keinen Stau zu geraten und unser Plan ist gl├╝cklicherweise aufgegangen. Die Autobahn war wirklich fast leer, wir konnten bis zur Holl├Ąndischen Grenze mit 180 Sachen durchbrettern. Um 5 Uhr hat unser Wecker geklingelt, wir haben uns fertig gemacht, letzte Kleinigkeiten zusammengesucht und sind Richtung Holland aufgebrochen. Ich muss zugeben am Anfang war mir schon ein wenig seltsam zumute, da ich zuvor au├čerhalb der Fahrstunden noch nie ├╝ber die Autobahnen gefahren bin, aber jetzt wei├č ich gar nicht, warum ich mir da ├╝berhaupt 'nen Kopf dr├╝ber gemacht habe. Sobald wir im Auto sa├čen, war jegliche kleine Rest-Angst sofort verflogen, auf der Autobahn habe ich sofort Gas gegeben, obwohl ich gedacht hatte, h├Âchstens 120 oder 130 zu fahren. Von wegen. Gas geben macht Spa├č, besonders auf der Bahn, also haben wir das auch gemacht, der kaum vorhandene Verkehr hat uns dabei nat├╝rlich hervorragend in die Karten gespielt.

Ganz ohne Zwischenfall haben wir die Autobahn allerdings nicht erreicht, wir waren etwa 15min unterwegs und noch nichtmal aus meiner Heimatstadt raus, da hat es pl├Âtzlich ordentlich geknallt. Wir sind mit Tempo 80 geradewegs in ein Reh hineingesaust, Teile sind durch die Gegend gewirbelt, ein Ruck ging durch´s Auto und ich bin auf die Bremse gegangen. Wir haben uns ziemlich erschrocken, erst einmal angehalten und den Puls wieder runterkommen lassen. Kurz vor Ortseingang auf einer Landstra├če nahe einem Flugplatz. Zuerst hatte ich angenommen, die vielen harten Teile, die durch die Luft geflogen sind, w├Ąren vom Geweih des Rehs, aber es waren schwarze Kunsstoffst├╝cke vom K├╝hlergrill des Autos. Alles lag h├╝bsch ├╝ber der Stra├če verstreut, an der Verkleidung haben ├╝berall Fellreste geklebt, die der Regen sp├Ąter abgewaschen hat. Die Frage, ob das Reh ├╝berlebt hat, hat sich nicht gestellt, wir haben es mit 80km/h getroffen und es sogar ├╝berfahren, das war n├Ąmlich der zweite Ruck, der durch´s Auto ging. Wir sind ausgestiegen, haben ├╝berlegt, was wir machen und sind dann zu dem Schluss gekommen, weiterzufahren. Eigentlich h├Ątten wir die Polizei oder einen J├Ąger verst├Ąndigen m├╝ssen, aber daran haben wir nicht gedacht, wir waren noch viel zu aufgeregt. Ehrlich gesagt wollte ich auch nicht nachsehen, wo genau das Tier hinter uns lag, es war jedenfalls nicht mehr in Sichtweite, da der Bremsweg ziemlich lang war. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie es nach der Kollision mit dem Fahrzeug ausgesehen haben muss, sowas will man nicht vor Augen haben und Umkehren war auch keine Option, also sind wir eingestiegen und weitergefahren. Wir haben uns so auf das Wochenende gefreut, da konnten wir das nicht einfach sausen lassen nur wegen einem Rehunfall. Sicher tut es einem Leid, aber ├Ąndern kann man daran ohnehin nichts mehr. Wenigstens musste es nicht Leiden und war sofort tot, viel schlimmer w├Ąre es gewesen, wenn es noch am Leben gewesen w├Ąre. Sowas ist meinem Bruder erst drei Tage vorher passiert, aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht nochmal im Blog erz├Ąhle. (Deshalb war das Auto ├╝brigens schon vorher leicht demoliert, aus der Lampenschale war ein St├╝ck herausgebrochen.)

Mich hat ge├Ąrgert, dass das Auto nun besch├Ądigt ist, vor allem weil es meinem Bruder geh├Ârt, aber da das Ganze viel viel schlimmer h├Ątte enden k├Ânnen, ist das wohl Jammern auf hohem Niveau. Ich denke, dass wir gro├čes Gl├╝ck hatten, denn das Reh h├Ątte in die Windschutzscheibe krachen k├Ânnen und was dann passiert w├Ąre, mag ich mir lieber nicht vorstellen. Ich hatte das Reh zwar gesehen, bevor ich auf die Bremse getreten bin, aber es war nur im Bruchteil einer Sekunde. Ich konnte auch gar nichts machen, bevor ich reagiert habe, hatten wir es schon ├╝berfahren. Man sieht das Tier, es kommt langsam n├Ąher, dann scheint die Zeit pl├Âtzlich still zu stehen und im n├Ąchsten Moment ist es geschehen. Bisher kannte ich das nur aus Filmen, wenn man das selbst erlebt, f├╝hlt sich das merkw├╝rdig an. Man ist wie gel├Ąhmt. Nun denn. Jedenfalls sind wir weitergefahren, haben besonders auf Wildwelchsel-Schilder geachtet und auch ab und zu ein Sp├Ą├čchen gerissen nach dem Motto: Pass auf, gleich springt wieder ein Reh ├╝ber die Stra├če. Sp├Ątestens auf der Autobahn hatten wir dann aber andere Sorgen und das Reh war vergessen. Die Augen und Ohren waren nur noch auf das Navi gerichtet, das Radio konnte man bei konstanten 180km/h eh kaum noch h├Âren, so laut war es im Auto. (Es war ├╝brigens ein Skoda Fabia, nicht dass jemand denkt, wir h├Ątten meinen kleinen alten Twingo mit 180 Sachen ├╝ber die Autobahn getrieben. Das h├Ątte der arme Kerl niemals geschafft .:breitgrinsend:)

Die restliche Fahrt verlief relativ ereignislos, bis auf das Eintreffen in Holland, als wir beide eine SMS bekamen, dass wir Deutschland nun verlassen h├Ątten und uns im Ausland befinden. Einen gro├čen Grenz├╝bergang mit Zoll, wie ich mir das vorgestellt hatte, gab es ├╝berhaupt nicht, irgendwann tauchte blo├č recht unspektak├╝l├Ąr ein Schild mit "Willkommen in den Niederlanden" am Stra├čenrand auf. Hatte das mit den offenen Grenzen und der EU ganz vergessen. In Holland waren dann h├Âchstens 130km/h erlaubt, weshalb sich das letzte St├╝ck noch ein wenig gezogen hat, aber schlie├člich kamen wir dann ├╝berp├╝nktlich am Hotel an. Dort konnten wir leider noch nicht einchecken, Check-In war erst ab 11 Uhr und es war gerademal 8.20 Uhr. Mist. Auf´s Klo h├Ątten wir auchmal gemusst, aber gut, wir haben im Auto gewartet, unseren Eltern Nachrichten geschickt, dass wir gut angekommen sind und uns dann entschieden, schon zur Elfia zu fahren. Dort war n├Ąmlich schon um 10 Uhr Einlass, mit der halben Stunde Zusatzfahrt waren wir um 9.30 Uhr dort, wurden von zwei freundlichen Herren auf den Parkplatz gewunken (-eine gro├če Wiese- ) und haben uns auf den Weg zum Veranstaltungsgel├Ąnde gemacht. Das bl├Âde war jetzt, dass wir durch das fehlende Hotelzimmer keine Gelegenheit hatten uns umzuziehen, aber was will man machen, gell? Wir sind also in den Klamotten hingegangen, mit denen wir angereist sind, Gott sei Dank habe ich auf die Jogginghose verzichtet gehabt, sonst w├Ąre das peinlich geworden. Rock, Strumpfhose, Assi-Tshirt und Schlabber-Sweatshirtjacke. L├Ąuft. :ugly:

 


Sobald wir die Tickets gezeigt haben und das Burggel├Ąnde betreten durften, wurden wir erstmal von der ├╝berw├Ąltigenden Burg umgehauen. Zumindest nennt Wikipedia es eine Burg, ich w├╝rde es eigentlich schon als Schloss bezeichnen unzwar eines vom feinsten. Das meistgebrauchte Wort beim Ankommen war "geil" und es gibt kaum etwas, was es besser h├Ątte beschreiben k├Ânnen. Das Gel├Ąnde war bzw. ist wundersch├Ân, es wirkt wie aus dem Bilderbuch. G├Ąrten mit Kieswegen, die sich ├╝ber den gepflegten Rasen schl├Ąngeln, Einbuchtungen mit B├Ąumen, in denen man super f├╝r Fotos posieren kann, kleine Holzbr├╝cken, die ├╝ber Wasser hinwegf├╝hren, Burggr├Ąben mit Torb├Âgen und junge Triebe, die jetzt im Fr├╝hling gerade zu bl├╝hen beginnen. Eine Kulisse, wie gemacht f├╝r Filme oder eben ein Mittelalterspektakel. Rundherum befanden sich etliche St├Ąnde mit Schmuck, Fantasyfiguren, Kristalle, Mineralien, Fellen, Merchandise, Schwertern, Handgearbeitetes und Filigranes, B├╝cher, Steampunkgewandungen, Kr├Ąuter und Gew├╝rze, Wikingerh├Ârnern, Alchemie-Bedarf und Cosplay-Artikel. Mit Sicherheit gab es noch mehr, es war zu viel, um hier alles aufzuz├Ąhlen und die ganzen Eindr├╝cke waren immens, das muss ich in meinem kleinen Tita-Hirn erstmal alles sortieren. Fressbuden gab es nat├╝rlich auch, als da w├Ąren Stockbrot mit Paprika- oder Schokoladengeschmack, Bratw├╝rste, Rippchen, Brot oder Naschereien wie kleine K├╝chlein oder Muffins. Nichts mit Curry Pommes, D├Âner oder Nordsee. Authentisches Essen mit mittelalterlichem Flair. Hat mir sehr gut gefallen! Einen Ausschank gab es auch, daf├╝r hielt ein Piratenschiff mit Skellettbesatzung her.

Generell muss man sagen, dass alles dort mit viel Liebe zum Detail gemacht war, schon bei Beginn der Veranstaltung wurden ohrenbet├Ąubende Kanonensch├╝sse abgefeuert, bis es im ganzen Umkreis nach Schie├čpulver gerochen hat. Kost├╝mierte Besucher gab es massenweise, die unterschiedlichsten Kreaturen haben unseren Weg gekreuzt. In Ketten gelegte Werw├Âlfe, Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg, Feen, Elfen, Orks, Kobolde, Zauberer, Wikinger, Piraten, Faune, Aliens, Spartaner, Steampunkbegeisterte, Star Wars-Gewandete, Assasine, Ritter und selbsterdachte Drachenwesen bishin zu Outfits aus dem Anime- und Mangabereich oder Davy Jones pers├Ânlich. Von A bis Z ist dort alles zu finden, mal f├Ąhrt jemand mit E.T. im Fahrradkorb vorbei, mal muss man jemandem vom SWAT-Einsatzteam ausweichen und mal einen Bogen um extraweite Reifr├Âcke schlagen. Ihr seht an Vielfalt mangelt es nicht, dementsprechend viele Fotografen sind auch auf dem Gel├Ąnde, um m├Âglichst viele Kreaturen vor die Linse zu bekommen.

Als Kristall- und Mineralienjunkie konnte ich an keinem der Verkaufsst├Ąnde vorbeigehen und habe mir direkt mal zwei T├╝ten voll Steinkram mitgenommen, die liebe Jana hat mir dankenswerterweise beim Tragen geholfen. Am besten stelle ich euch mal einige Bilder der Ausbeute unter dem Bericht rein, es waren nicht nur Kristalle, sondern auch andere h├╝bsche Dinge wie z.B. ein Gem├Ąlde, ein Parf├╝mflakon oder ein Buch. Zum Mittag gab es f├╝r uns Stockbrot mit Paprika und Bratwurst mit Brot und da fing es dann auch an zu regnen. Zwischendurch kamen immer mal wieder vereinzelte Schauer, aber das hat eigentlich niemanden von den Besuchern gest├Ârt, die Meisten haben sich unter Zeltplanen gestellt und den Regen abgewartet. Da f├Ąllt mir ein, dass Jana schon direkt zu Anfang ein kleines Malheur mit diesen Planen hatte. Wir haben uns gerade einen Stand mit Schmuck angesehen, als es ein wenig vom Zeltdach runtergetr├Âpfelt hat. Oben in der Plane hatte sich Regenwasser angesammelt und ehe man sich´s versah, ist pl├Âtzlich alles ├╝ber die Kante geschwappt. Die arme Jana hat die volle Ladung abbekommen, ich stand unter dem Zeltdach und bin trocken geblieben, aber sie stand genau an der Kante. Ist zwar nur Wasser, doch ich kann mir gut vorstellen, dass das ein bisschen kalt war und nasse Klamotten sind eh eklig. Nuja, die Sonne hat es getrocknet, wir sind unbeirrt weitergezogen. Ich glaube es war gegen 14.30 Uhr oder 15 Uhr, als wir das ganze Gel├Ąnde einmal umkreist und jeden Stand be├Ąugt hatten. Zwischendurch haben wir noch einen netten Pirat nach einem Foto gefragt, es kam heraus, das er auch ein Deutscher ist und wir haben noch ein paar Worte gewechselt. Auch eine Gruppe von Trommlern sind wir ├╝ber den Weg gelaufen, um sie herum hatte sich schon eine Traube von Menschen gebildet und sie waren von Weitem zu h├Âren. Sie hei├čen Segura und haben einfach grandios geklungen, ein Video habe ich auch gedreht und sie waren so laut, dass man sie bis zu den Parkpl├Ątzen h├Âren konnte. Der Link zu ihrer Website ist dieser hier.

 


Da es schon den ganzen Tag ├╝ber ziemlich k├╝hl war, haben wir danach beschlossen, zu gehen, da wir ohnehin langsam im Hotel einchecken mussten. Au├čerdem blieb uns ja noch der n├Ąchste Tag, um noch eine Runde zu drehen, also sind wir zur├╝ck zum Auto gegangen. Auf dem Weg zur Ausfahrt der Wiese wurden wir angehalten und nach unserem Parkschein gefragt, wo uns unangenehm aufgefallen ist, dass wir gar keinen hatten. Wir hatten geahnt, einen kaufen zu m├╝ssen, haben hinterher aber gar nicht mehr daran gedacht, deshalb haben wir ziemlich doof aus der W├Ąsche geguckt. Zum Gl├╝ck war das allerdings gar kein Problem, wir haben dem ├Ąlteren Herrn unseren Fauxpass auf Englisch erkl├Ąrt und er hat sofort verstanden und uns stattdessen nach Bargeld gefragt. F├╝nf Euro hat das Parken gekostet, leider hatten wir nur einen Zehn-Euro-Schein, weshalb der arme Kerl nochmal zur├╝ck zu seinem H├Ąusschen laufen musste, um ihn zu wechseln. Nach einem Abschiedsgru├č durften wir dann auf die Stra├če biegen, ich denke, er hat schon am Nummernschild gesehen, dass wir nicht aus Holland waren und deshalb auch Verst├Ąndnis gehabt. Wobei ich sagen muss, dass die Holl├Ąnder generell freundliche und zuvorkommende Menschen sind, zumindest war das mein Eindruck :grin:.

Am Hotel angekommen, haben wir uns einen versteckt gelegenen Parkplatz an einer Kirche gesucht, um keine f├╝nf Euro Parkgeb├╝hren zahlen zu m├╝ssen. Hrhrhr. Das hatte den Nachteil, dass wir die schweren Koffer durch die ganze Stra├če ziehen mussten, aber so haben wir Geld gespart. Vielleicht w├Ąren die Koffer auch nicht ganz so schwer gewesen, wenn wir den Weg zum Hotel direkt beim ersten Mal gefunden h├Ątten, wir sind aber leider in eine falsche Stra├če eingebogen und haben einen Umweg gemacht, bis das Handynavi uns wieder richtig geleitet hat. *H├╝stel* Soll passieren, fremde Stadt und so. Und vielleicht w├Ąren die Koffer auch nicht so schwer gewesen, wenn ich weniger reingepackt h├Ątte... *h├╝stel* Die arme Jana hatte n├Ąmlich nur einen Rucksack dabei und hat netterweise meinen zweiten Koffer noch bis zum Hotel geschleppt. H├Ątte ich von vornerein gewusst, dass ich die Elbenr├╝stung gar nicht anziehe, w├Ąre es nur ein Koffer geworden, aber gut, steckt man nicht immer hinter. F├╝r´s n├Ąchste Mal wei├č ich Bescheid. Die schweren Koffer haben wir die Treppe zum Hotel hochgewuchtet, nur um dann zu erfahren, dass unser Zimmer im Geb├Ąude nebenan liegt und wir dort mit einem Schl├╝ssel aufschlie├čen m├╝ssen. Also gut - Koffer wieder auf die Stra├če geschleppt, zur T├╝r nebenan gezogen, aufgeschlossen, eingetreten und mit einem "ernsthaft?"-Blick aufgest├Âhnt. Unser Zimmer lag im ersten Stock und statt einen Aufzug gab es? Richtig. Eine Treppe. Dazu noch eine, die einen Bogen macht, bevor sie oben endet.

Nachdem wir es dann endlich geschafft hatten, die zwei Koffer, den K├Âcher und den Bogen nach oben zu schaffen, wurde erstmal das Zimmer begutachtet. Solide ausgestattet, Miniatur-Kleiderschrank, Doppelbett, Sessel, Fernseher und ein kleiner Balkon. Hat uns sofort sehr zugesagt, es war klein aber fein. So und jetzt achtet aber mal auf die Badezimmert├╝r. Sie ist nicht ganz geschlossen, unten wurde aus welchen Gr├╝nden auch immer ein Spalt gelassen und das war nat├╝rlich hervorragend, weil man jedes - und damit meine ich wirklich jedes(!)- Ger├Ąusch aus dem Badezimmer h├Âren konnte. Muss ich da jetzt n├Ąher drauf eingehen? Ich denke nicht. *R├Ąusper*. Jaja, wunderh├╝bsch jedenfalls. Was will man machen. Hier mal ein paar Bilder vom Zimmer, Jana habe ich vorsichtshalber mal verpixelt, weil ich nicht wusste, ob ihr das recht ist, wenn man sie sieht.

   

 



Gebucht war das Zimmer nur f├╝r eine Nacht, da wir am Sonntag nach der Veranstaltung schon direkt nach Hause fahren wollten. Den restlichen Nachmittag ├╝ber lagen wir auf den Betten, haben gequatscht, Brownies und Stullen gefuttert und dann wurde es auch schon dunkel. Da wir am n├Ąchsten Morgen fr├╝h raus mussten, sind wir auch fr├╝h ins Bett gegangen. Schlafen konnte ich leider erst ab 3 Uhr Morgens, weil sich irgendwelche doofen Hotelg├Ąste dazu entschieden hatten, erst um 1 Uhr heimzukommen, die Treppen hoch und runter zu poltern und anderen Krach machen zu m├╝ssen. Sie waren im Zimmer ├╝ber uns, dank der d├╝nnen W├Ąnde konnte man alles h├Âren.


Um 7 Uhr sind wir Morgens ins Hauptgeb├Ąude zum Fr├╝hst├╝ck gegangen. Wir haben uns erst gewundert, weil kein Personal zu finden war, nur das Radio hat aus einer Ecke leise Musik gespielt. Das Fr├╝hst├╝ck war jedenfalls aufgebaut, also haben wir uns trotzdem einen versteckten Platz am Fenster mit Ausblick auf einen kleinen Kanal und Gr├╝nanlagen gesucht und unsere Teller beladen. Ab und an schwammen auch zwei Enten auf dem Wasser vorbei und eine Taube ist vor dem Fenster gelandet, hat sich einen d├╝nnen Zweig mitgenommen und ist damit auf´s Dach geflogen. Sah schon ganz drollig aus.

Kurze Zeit sp├Ąter kamen dann auch andere Hotelg├Ąste zum Fr├╝hst├╝ck und als wir fertig waren, sind wir zur├╝ck auf unser Zimmer gegangen, um uns fertig zu machen. Bzw. Jana hat gewartet und ich habe mich fertig gemacht, denn daf├╝r brauche ich immer Stunden. Make-Up in die Visage klatschen, was eh nicht viel bewirkt, Haare unter ein Per├╝ckennetz stopfen, Elben├Âhrchen ankleben, nochmal nachkleben weil der Mastixkleber noch nicht z├Ąh genug war, sich ins Oberteil zw├Ąngen, von Jana ins Korsett einschn├╝ren lassen und zuletzt die Per├╝cke aufziehen und flechten. Bis ich dann mal endlich fertig war, war es 9 Uhr, wir konnten die Koffer wieder die Treppen runterwuchten, auschecken, zum Auto laufen und losfahren.

Am Parkplatz von Kastel de Haar angekommen, habe ich dann den Schuppenrock angezogen, ihn von Jana mit gef├╝hlten f├╝nfzig Sicherheitsnadeln spicken lassen und wir konnten wieder auf´s Burggel├Ąnde. Wir haben wieder ein paar St├Ąnde unter die Lupe genommen, bemerkt, dass wir am Tag zuvor doch noch nicht ├╝berall gewesen waren und haben einige Fotos von mir im Kost├╝m gemacht. Als ich zum Posieren dastand, kamen pl├Âtzlich Fotografen angelaufen und wollten auch Fotos haben. Erst war ich leicht ├╝berrumpelt und unsicher, aber dann ging es hinterher immer besser, weil man sich daran gew├Âhnt hat. Die Sicherheitsnadeln haben nicht viel gen├╝tzt, denn meine Leggins mit den supersexy Fleecesocken und den vollgesifften Stoffschuhen haben an den Seiten leider doch herausgeschaut. Sah etwas merkw├╝rdig aus. Auf den Bildern lie├č es sich ganz gut verstecken, f├╝r´s n├Ąchste Mal muss ich mir aber etwas ausdenken, vielleicht ein Klettverschluss oder ├Ąhnliches.

 

 

Da es am Sonntag h├Ąufiger geregnet hat und uns nachher ziemlich kalt geworden sind, haben wir uns gegen 14 Uhr schlie├člich auf den Heimweg gemacht. Wir waren total durchgefroren und froh, als wir in das warme Auto steigen konnten. Bevor wir losgefahren sind, habe ich mich noch schnell des Kost├╝ms entledigt, die Per├╝cke vom Kopf gezogen, die Elben├Âhrchen von den Ohren gezupft und dann konnte es losgehen. Knappe drei Stunden Autobahn, ehrlich gesagt habe ich mich richtig gefreut, wieder fahren zu d├╝rfen, Autobahnen machen Spa├č. Ein freundlicher junger Mann hat uns sogar beim Ausparken geholfen, da es zwischen dem Hintermann und unserem Skoda sehr eng wurde. Nette Holl├Ąnder sind nett. :breitgrinsend:

Auf dem R├╝ckweg war diesmal viel Verkehr, deshalb haben wir etwas l├Ąnger zur Grenze gebraucht, aber ab dort ging es dann wieder wie gewohnt mit 180km/h weiter. Autos, die auf der linken Spur waren und f├╝r meinen Geschmack zu langsam waren, sind freundlicherweise wieder sofort nach rechts gezogen und haben uns Platz gemacht. Sp├Ątestens, als ich so nah aufgefahren bin, dass wir sie fast h├Ątten schieben k├Ânnen. *H├╝stel* Jaja ich wei├č schon. Verkehrsrowdy. Aber wir wollten ja fix nach Hause. So. Im Nachhinein betrachtet m├╝ssen wir eigentlich irre gewesen sein, mit dem Wagen so schnell ├╝ber die Bahn zu brettern, denn es war bis dato noch gar nicht klar, ob nach dem Rehunfall nicht doch etwas besch├Ądigt war. Der Unterboden zum Beispiel. Im K├╝hlergrill haben zudem Plastiksplitter gesteckt, auf die ich gar nicht geachtet hatte und mein Bruder meint, der Auspuff w├Ąre lauter als gew├Âhnlich. Letzteres ist mir auch aufgefallen, sobald ich allein im Auto nach Hause gefahren bin. Jedenfalls wird es nun repariert, f├╝r die Unfallsch├Ąden komme nat├╝rlich ich auf, f├╝r die vorher schon laputte Lampenschale mein Bruder.

Zwischendurch haben wir auf der Autobahn ├╝brigens einmal die falsche Ausfahrt genommen, weil uns das Navi abgeschmiert ist und dann ja... dann war es auch schon wieder vorbei das Wochenende. Ich habe Jana zum Bahnhof gefahren und es ging ab nach Hause. Wir waren nur zwei Tage weg, aber es hat sich sowas von gelohnt! Es war ein supersch├Ânes Wochenende und das wird definitiv nicht die letzte Elfia gewesen sein. Im September ist nochmal eine und mein Bruder mag auch mal gern dorthin. ├ťber die Holl├Ąnder und Holland kann ich auch nur gutes sagen, es ist total sch├Ân dort, nur eines habe ich nicht verstanden und werde es vermutlich auch nie verstehen. Was zum Geier haben die mit ihren Kreisverkehren?! Das, was bei denen als Kreisverkehr bezeichnet wird, w├╝rde hier in Deutschland niemals als solcher durchgehen. Das hei├čt bei uns halb rechts abbiegen oder eine Schleife fahren. Je nachdem. Oh und Holl├Ąnder wechseln oft die Fahrspur ohne zu Blinken. Verkehrss├╝nder.

Jetzt ist glaube ich alles gesagt und deshalb schlie├če ich an dieser Stelle. Bis zum n├Ąchsten Bericht!

 

Ein paar Sachen der Ausbeute:

 

 

 

 

 

 

                                                                        

 

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